Suchen

IAA Nutzfahrzeuge 2018: Auf der Suche nach der Alternative

| Autor / Redakteur: sp-x/dpa / Jakob Schreiner

Verschmutzte Luft, verstopfte Innenstädte, verletzte Radfahrer und Fußgänger – die Nutzfahrzeugbranche muss die gleichen Herausforderungen lösen wie die Pkw-Hersteller. Auf der IAA in Hannover zeigt sie wie das gehen soll.

Firma zum Thema

Die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zeigt Interessierten noch bis zum 27. September, was die Branche künftig bewegen wird.
Die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zeigt Interessierten noch bis zum 27. September, was die Branche künftig bewegen wird.
(Bild: VDA)

Staus und gefühlt immer mehr Lkw-Unfälle auf den Autobahnen, mehr Paket-Lieferanten in den Innenstädten und die Angst vor Diesel-Fahrverboten: Der zunehmende Verkehr von Nutzfahrzeugen prägt den Alltag vieler Menschen. In Hannover trifft sich die Branche zu ihrer Weltleitmesse IAA Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September) und zeigt mögliche Lösungen für die logistischen und umweltpolitischen Herausforderungen der Zukunft.

Im hier und jetzt reagiert die Branche auf die Anforderungen des Verkehrs und der Städte. Lastwagen werden sicherer. Der Mercedes Actros etwa ist in seiner in Hannover vorgestellten Form der erste Schwerlaster mit einem Kamerasystem statt eines Rückspiegels. Damit werden Tote Winkel neben dem Fahrzeug eliminiert, Abbiegeunfälle entsprechend eher vermieden. Nebenbei ist diese Lösung aerodynamischer und spart ein paar Prozentpunkte Sprit. Gut für die Kasse des Spediteurs und gut für die CO2-Bilanz der Branche.

IAA Nutzfahrzeuge 2018: IAA wird zur EAA
Bildergalerie mit 31 Bildern

Die sieht sich seitens der EU derzeit von harten Bandagen bedroht, soll doch die Minderung des CO2-Ausstoßes ähnlich ehrgeizig erfolgen wie bei den Pkw. Darauf reagiert man unter anderem mit Hybridisierungs-Konzepten und der Nutzung alternativer Energien. Erdgas und Flüssiggas sind in der CO2-Bilanz ebenfalls günstiger als Diesel.

Elektrisch angetriebene Trailerachsen beispielsweise sorgen dafür, dass sich der Anhänger auch ohne Zugmaschine manövrieren lässt, und rekuperieren im Betrieb Energie, die man zum Rangieren, zur Beleuchtung oder als Zusatzschub am Berg nutzen kann. Entsprechende Konzepte und serienreife Produkte findet man auf dem Messegelände in Hannover.

Die aktuellen Probleme nicht nur deutscher Innenstädte mit Emissionen, seien es Stickoxide oder Lärm, gepaart mit dem stetigen Wachstum der Lieferdienste, begegnet die Nutzfahrzeugbranche mit einer Flut serienreifer E-Transporter. Die sollen laut- und abgaslos den Paketdienst in naher Zukunft übernehmen. Die Post hat mit dem Streetscooter bereits Praxiserfahrungen gesammelt. Elektrische Mercedes Sprinter, VW Crafter und Renault Master sind jetzt bestellbar und dürften schon kurzfristig einen Teil des innerstädtischen Transports übernehmen.

Nachfrage wird steigen

Ziemlich serienreif sind schon die elektrischen Lastwagen ab sechs Tonnen, die auch innerstädtisch, beispielsweise in der Müllentsorgung oder im Zulieferdienst eingesetzt werden. Auch das Angebot elektrischer Busse steigt rasant. Der elektrische Citaro von Mercedes ist hier der Vorreiter eines heimischen Anbieters.

Bislang gab es überwiegend chinesische Angebote in diesem Bereich und kaum Nachfrage. Das wird sich schon aus politischen Gründen allerdings kurzfristig ändern, sind doch die Kommunen in Deutschland gehalten, Maßnahmen zur Stickoxid-Minimierung zu finden. Und da machen die städtischen Busflotten keine Ausnahme.

(ID:45506203)