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IAA soll Elektromobilität einen Schub geben

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Auf dem IAA-Fachkongress Elektromobilität haben Hersteller und Fachleute die Chancen des Stromantriebs diskutiert. Ihre Hoffnung: Das breitere Modellangebot soll die Nachfrage ankurbeln.

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Eine bessere Standardisierung einerseits und ein größeres Angebot andererseits soll die Nachfrage nach Elektroautos erhöhen.
Eine bessere Standardisierung einerseits und ein größeres Angebot andererseits soll die Nachfrage nach Elektroautos erhöhen.
(Foto: Grimm)

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erhofft sich angesichts des erneut schwächelnden europäischen Neuwagenmarkts (im August minus 5 Prozent) vom steigenden Angebot an Elektroautos Rückenwind für neues Wachstum. „Elektrisches Fahren ist keine Vision mehr, sondern Realität. Die automobile Zukunft ist jetzt erfahrbar. Das wird auf dieser IAA ganz deutlich“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann auf dem „Fachkongress Elektromobilität“ während der IAA am Dienstag in Frankfurt. Neben den bereits verkauften Modellen wie Nissan Leaf und Mitsubishi Miev zeigen in Frankfurt derzeit auch die deutschen Hersteller ihre Elektro-Serienprodukte, etwa VW den E-Golf und den E-Up oder BMW den i3.

Die gesamte deutsche Industrie sei auf einem guten Weg, die Chancen der Elektromobilität für sich zu nutzen, sagte Wissmann. Bis Ende 2014 sollen 16 neue Elektro-Modelle allein aus deutscher Produktion bei den Händlern stehen. Das wachsende Angebot werde der Elektromobilität einen Schub geben. „Im Jahr 2014 könnten einige zehntausend Fahrzeuge verkauft werden – Mitte des Jahrzehnts möglicherweise auch schon eine sechsstellige Zahl.“ Die deutsche Automobilindustrie investiere in den nächsten drei bis vier Jahren rund zwölf Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe. Noch ist der Absatz der alternativ angetriebenen Wagen in Deutschland aber verschwindend gering: Im August wurden in Deutschland rund 214.000 Neuwagen zugelassen, darunter nur 435 Stromer.

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Der VDA will für den Durchbruch der Elektrotechnologie sorgen, indem Handel und Industrie die Kunden „zunächst im Dienstwagenbereich erreichen müssen“. Dies sei ein wirksamer Weg für die Markteinführung, da Dienstwagen in der Regel nur recht kurz beim Erstkäufer bleiben und dann über den Gebrauchtwagenmarkt den Fahrzeugbestand erweitern. Gerade im Dienstwagenbereich könnten die Elektrofahrzeuge zudem am besten durch geringere Betriebskosten punkten.

Ähnlich, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel sieht das die Fraunhofer-Studie „Markthochlaufszenarien für Elektrofahrzeuge“. Sie kommt zu dem Schluss, dass Elektrofahrzeuge nur dann wirtschaftlicher sind als konventionelle Fahrzeuge, wenn sie viel gefahren werden, um die höheren Anschaffungsausgaben über die günstigeren Verbrauchs- und Wartungskosten zu amortisieren. Dies sei insbesondere bei Berufspendlern und Arbeitnehmern mit Dienstwagen gegeben. Dagegen werde bei jährlichen Fahrleistungen unter 15.000 Kilometern weiterhin der Benzinmotor dominieren, bei extremen Vielfahrern werde der Dieselmotor vorherrschend bleiben.

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Dagegen trauen die Fraunhofer-Forscher Elektroautos in den Großstädten weniger Potenzial zu als bisher angenommen: Für Menschen mit eigener Garage, die die Batterie über Nacht am Hausanschluss aufladen können, seien E-Autos unter ökonomischen Gesichtspunkten attraktiver als für alle, die auf eine öffentliche Lade-Infrastruktur angewiesen sind. Noch dazu ist für sie die Ladeprozedur praktikabler durchzuführen.

Auf die praktischen Probleme der Elektrifizierung ging auf dem Kongress auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger ein. Unter anderem sei es notwendig, in Europa für möglichst weitgehende Standardisierungen zu sorgen. Zudem stünde die Politik vor der Aufgabe, den Aufbau einer flächendeckenden Lade-Infrastruktur voranzutreiben.

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