Studie sieht wachsenden Oldtimer-Markt

BBE Automotive liefert Update seiner Marktanalyse

| Autor: Johannes Büttner

Der Oldtimermarkt verspricht auch in Zukunft gute Geschäfte.
Der Oldtimermarkt verspricht auch in Zukunft gute Geschäfte. (Bild: VBM-Archiv)

Der Fahrzeugbestand wird immer älter; mehr und mehr Old- und Youngtimer sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Damit gewinnen sie auch als Wirtschaftsfaktor an Bedeutung. Die Dimensionen verdeutlichte Gerd Heinemann, Geschäftsführer von BBE Automotive, in einer Pressekonferenz auf der IAA in Frankfurt: „Das Marktvolumen der Classic Cars in Deutschland liegt aktuell bei über 16 Milliarden Euro.“

Das entspricht einem Zuwachs von zwölf Prozent im Vergleich zu 2013, als die Unternehmensberatung erstmals auf Initiative von ZDK, VDA und AvD den „Wirtschaftsfaktor Young- und Oldtimer“ analysiert hatte. Das Umsatzwachstum beruht in erster Linie auf einem Anstieg der Anzahl relevanter Autos. BBE geht von rund sieben Millionen Youngtimern (15 bis 29 Jahre alt) und gut 700.000 Oldtimern (30 Jahre und älter) aus.

Sachsen Classic: Roadtrip von Zwickau nach Dresden

Allerdings muss man im Youngtimersegment zwischen zwei großen Gruppen unterscheiden: Die zahlenmäßig größere (knapp fünf Millionen) sind die Fahrzeuge im täglichen Gebrauch. Die Besitzer halten ihren Autos die Treue, weil sie sich kein neues leisten können oder wollen. Sie lassen nur die nötigsten Arbeiten erledigen und suchen dazu meist freie Betriebe auf. Trotz der Sparsamkeit der Besitzer sorgt die schiere Größe der Gruppe für ein gehöriges Umsatzvolumen: Es liegt bei insgesamt 6,4 Milliarden Euro, wovon rund die Hälfte auf Reparaturarbeiten entfällt.

Dieser Gruppe stehen gut zwei Millionen Youngtimer gegenüber, die ihren Besitzern in erster Linie als Liebhaberfahrzeuge in der Freizeit dienen. Das Marktvolumen dieser Zielgruppe liegt laut BBE bei 6,1 Milliarden Euro. Die Eigentümer von echten Oldtimern sorgen für 3,7 Milliarden Euro Umsatz, womit sie klar am meisten Geld pro Auto ausgeben.

Konkurrenzdruck sorgt für Spezialisierung

Allen drei Gruppen ist gemeinsam, dass sie weiter wachsen werden. Für das Jahr 2020 geht Heinemann davon aus, dass über zehn Millionen Classic Cars in Deutschland zugelassen sein werden. Mit der Zahl der Autos wird selbstverständlich auch das Umsatzvolumen wachsen – ein Selbstgänger wird das Young- und Oldtimergeschäft damit aber beileibe nicht.

BBE Automotive erwartet, dass künftig mehr Player auf diesen Markt drängen, aber nicht alle überleben. Wer als Allrounder den ganzen Markt bedienen wolle, werde Probleme bekommen, weil es „den“ pauschalen Oldtimermarkt gar nicht gebe. Die Berater empfehlen stattdessen, sich auf ein individuelles Teilsegment zu spezialisieren und/oder sich zu Plattformen zusammenzuschließen. Die sparsamen Daily User könnten genauso eine interessante Zielgruppe darstellen wie die Liebhaber hochpreisiger Classic Cars. Beide Gruppen gemeinsam anzusprechen, sei aber kaum möglich.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43605015 / IAA)

Plus-Fachartikel

Byton: „Ein digitales Erlebnis“

Byton: „Ein digitales Erlebnis“

45.000 Euro netto will das chinesische Start-up Byton für sein Elektro-SUV M-Byte verlangen. Nach dem Start in China Anfang 2020 soll das Auto ein Jahr später auch nach Europa kommen. Byton-Manager Andreas Schaaf erläutert die Pläne des Fabrikats. lesen

Caroobi: Räuber oder Robin Hood?

Caroobi: Räuber oder Robin Hood?

Caroobi schaltet sich immer häufiger zwischen freie Werkstatt und Endkunde. Aus Sicht der Berliner geschieht das nur zum Vorteil der Betriebe. Die künftigen Pläne des Start-ups erläutert Geschäftsführer Philipp Grosse Kleimann. lesen