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I.D.-Familie wird zum Blickfang in Kalifornien

| Autor / Redakteur: sp-x / Thomas Günnel

Volkswagens Zukunft steht unter Strom: Seit gut einem Jahr tingelt die I.D.-Familie über diverse Automessen – anlässlich der Los Angeles Auto Show kamen die Modelle zur gemeinsamen Ausfahrt zusammen.

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Passanten in Venice Beach waren vom Elektro-Trio von VW begeistert.
Passanten in Venice Beach waren vom Elektro-Trio von VW begeistert.
(Bild: VW)

Nur noch gut zwei Jahre soll es dauern, bis Volkswagens Elektro-Zukunft in Serie geht. Die Uhr tickt also, doch wer den Vorreiter der neuen Baureihe, den I.D., in der kalifornischen Wintersonne den Abbot Kinney Boulevard in Venice rauf und runter stromern sieht, dürfte keine Zweifel haben, dass Volkswagen den Kompakten bis 2020 fertigbekommen. Zumindest das Design steht – und das eigentlich schon seit seiner Premiere auf der Pariser Auto Show 2016; gut ein Jahr nach dem Auffliegen der Abgas-Schummelei.

Wie serienreif die Optik des Showcars ist, wird bei seinen monolithischen Auftritten im gleißenden Messescheinwerferlicht nicht so deutlich, wie auf offener Straße. Zwischen rostigen Pick-ups und PS-protzenden Sportwagen reiht sich der leise surrende I.D. in den Verkehr ein, als wäre er eine Selbstverständlichkeit. Und wenn er am Straßenrand parkt, und man gedankenverloren vorbeischlendert, erkennt man aus dem Augenwinkel auf den ersten Blick, was er vorhat: Er will der nächste Golf sein. Die kompakten Proportionen, aber vor allem die breite C-Säule, geben die nur 4,10 Meter lange Studie sofort als würdigen Nachfolger des Bestsellers zu erkennen.

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Natürlich mussten sich die Designer einigen Sachzwängen beugen, vor allem der hohe Fahrzeugboden, in dem die Batterien verschwinden sollen, macht Probleme. Die ein oder andere Kante und vor allem große 20-Zoll-Räder mussten her, um den 1,53 Meter hohen Wagen nicht schlaksig wirken zu lassen. Auf der anderen Seite gibt die E-Mobilität den Kreativen Spielraum: Der fehlende Verbrenner in der Front schafft die Möglichkeit kurzer Überhänge und erlaubt einen äußerst geräumigen Innenraum.

Einheitliches Familiengesicht

Und die weitgehend ihrer Funktion beraubten Details wie Kühlergrill und Lufteinlässe oder die dank LED-Technik auf ein Minimum reduzierbare Scheinwerferfläche bieten neue Möglichkeiten. „Verschwinden werden diese Elemente nie ganz, mit ihnen lässt sich die Karosserie wunderbar gliedern und für ein einheitliches Familien-Gesicht sind sie auch wichtig“, erklärt Exterieur-Designer Einar Castillo.

Aktuell zeigt sich dieses Gesicht in der Gestalt flacher, breiter Scheinwerfer mit U-förmigem Einsatz, die neben dem I.D. auch seine mitgereisten Brüder I.D. Crozz und I.D. Buzz tragen. Ersterer, ein tiefrot lackierter, 4,60 Meter langer Crossover, soll ebenfalls schon 2020 die Bühne betreten und richtet sich vor allem an Lifestyle-SUV-Fans; der gelbe Bulli-Nachfolger dagegen lässt noch ein wenig auf sich warten. Immerhin: Als Folge auf die überwältigende Publikumsresonanz nach den ersten Auftritten hat die Volkswagen-Vorstandschaft den Start inzwischen auf 2022 vorgezogen, ursprünglich sollte er noch ein paar Jahre später kommen.

Begeisterte Passanten

Schaut man sich die begeisterten Passanten am Venice Beach an, war diese Entscheidung vollkommen richtig. Neben dem coolen Buzz im Retro-Look verblasst selbst der exzentrische Crozz ein wenig, und die Herzen der langhaarigen Surfer, der geschäftige vorbeieilenden Business-Leute und der urlaubenden Großfamilie fliegen eindeutig dem Bulli zu. Vielleicht ist es gerade die Einfachheit des knapp fünf Meter langen Busses, die die Herzen erobert: Ganz hinten gibt es eine geräumige Sitzbank mit zwei Kuschelkissen, davor jede Menge Platz und eine verschiebbare Kaffeetisch-Tablethalter-Kombination und in der ersten Reihe zwei Einzelsitze.

Das Cockpit ist schlicht, kein überbordendes Chrom-Dekor, keine auffälligen Spielereien. Ein kleines Lenkrad, ein paar berührungsempfindliche Flächen, mehr braucht man künftig gar nicht mehr. Wer nicht will, kann irgendwann sogar auf das Lenkrad verzichten, das per Knopfdruck bündig im Armaturenbrett versinkt; dann behalten die aus dem Dach ausfahrenden Laser-Scanner den Überblick – zumindest in der Vision der Volkswagen-Techniker.

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