IG Metall rügt Prognosen zu Opel unter möglichem PSA/FCA-Zusammenschluss

Spekulationen sind „kontraproduktiv und schädlich“

| Autor: dpa

Opel-Stammsitz in Rüsselsheim
Opel-Stammsitz in Rüsselsheim (Bild: Rehberg/»kfz-betrieb«)

Die IG Metall reagiert vorsichtig auf die geplante Fusion der Opel-Mutter PSA mit dem US-italienischen Hersteller Fiat-Chrysler. Spekulationen über mögliche negative Folgen für die deutschen Opel-Standorte seien „kontraproduktiv und schädlich“, erklärte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, am Donnerstag in Frankfurt. Die IG Metall werde sich daher daran nicht beteiligen.

Köhlinger betonte stattdessen die Bedeutung des bei Opel im vergangenen Jahr abgeschlossenen Zukunftstarifvertrages, mit dem betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Juli 2023 ausgeschlossen seien. „Das bietet den Opel-Beschäftigten Sicherheit und Schutz. Die IG Metall wird sich angesichts der Fusion weiterhin für die Eigenständigkeit der Marke Opel und für die Identität von Opel einsetzen“, erklärte Köhlinger in einer Mitteilung.

Bereits nach ersten Hinweisen auf eine mögliche Fusion mit Fiat-Chrysler waren neue Sorgen um die Opel-Standorte laut geworden. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen hatte auf Überkapazitäten bei Produktion und Entwicklung hingewiesen, die mit Fiat zusätzlich in den Konzern geholt würden. Dies werde auch die Überkapazitäten bei Opel neu in den Fokus stellen, wenn die deutschen Werke künftig auch noch mit den Fiat-Fabriken konkurrieren müssten.

Unterdessen hat auch die hessische Landesregierung vor möglichen Folgen der geplanten Großfusion für Opel gewarnt: „Die Zukunftsfähigkeit von Opel muss gesichert sein", forderten Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in Wiesbaden. Ein Zusammenschluss berge Chancen, dürfe aber nicht zu Lasten des Autobauers und der deutschen Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach gehen, forderten sie.

Opel-Produktionskosten liegen noch über dem PSA-Schnitt

Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel vor gut zwei Jahren von General Motors übernommen und seitdem eine harte Sanierung durchgezogen. Die Marke fährt wieder operative Gewinne ein, auch wenn die Produktionskosten laut PSA immer noch über dem Konzernschnitt liegen. In den deutschen Werken unterzeichneten mehr als 6.000 Beschäftigte Verträge zu Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen. Ursprünglich hatte die IG Metall nur einem Abbau von 3.700 Stellen zugestimmt. Im Gewerkschaftsbezirk Mitte stehen die wichtigen Opel-Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach.

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