Ilse Aigner: Den Meisterbrief schützen

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Anlässlich des Neujahrsempfangs des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes hat die Wirtschaftsministerin des Freistaats, Ilse Aigner, ein klares Bekenntnis zur Meisterpflicht abgegeben.

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Ilse Aigner, Klaus Dieter Breitschwert und Robert Rademacher trafen sich anlässlich des Automobilempfangs des bayerischen Kfz-Gewerbes in München.
Ilse Aigner, Klaus Dieter Breitschwert und Robert Rademacher trafen sich anlässlich des Automobilempfangs des bayerischen Kfz-Gewerbes in München.
(Foto: Zietz)

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will die Meisterpflicht vor Änderungsplänen der Europäischen Union schützen. „Die Qualität des Bildungssystems von der Forschung bis zur Ausbildung der Fachkräfte ist ein Kernaspekt dafür, dass Bayern international wettbewerbsfähig bleibt“, sagte die Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie anlässlich des Neujahrsempfangs des bayerischen Kfz-Gewerbes am Mittwoch in München vor rund 550 geladenen Gästen.

Die Politikerin, die selber aus einem Handwerksbetrieb stammt, entschuldigte sich bei den anwesenden Vertretern des Kraftfahrzeuggewerbes zunächst dafür, dass zähe Koalitionsverhandlungen das Setzen neuer politischer Rahmenbedingungen in Deutschland verzögert hätten. „Zumindest konnten wir manches verhindern, was schlecht für die Wirtschaft gewesen wäre“, so die CSU-Politikerin. Als Beispiel nannte Aigner Steuererhöhungen.

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In der Wirtschaftspolitik des Freistaats stehe neben der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auch das Thema Investitionen im Fokus – der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und die flächendeckende Internet-Breitbandversorgung ebenso wie mehr Geld für Bildung.

Zum Thema Energiewende, mit dem Aigner zuletzt Schlagzeilen gemacht hatte, versicherte die Ministerin: „Wir setzen das Projekt jetzt wieder stärker in Richtung Marktwirtschaft auf.“ Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mache das gerade „ganz gut und zügig.“ Die Koalition im Bund plant eine weitere deutliche Erhöhung des Ökostromanteils zu erheblich niedrigeren Kosten als bislang – dazu sollen unter anderem die Förderkosten für neue Anlagen zurückgefahren werden.

Breitschwert: „Wir kämpfen für die Meisterpflicht“

Zu Beginn der Veranstaltung hatte sich auch Klaus Dieter Breitschwert, der Präsident des bayerischen Kfz-Landesverbands, noch einmal entschieden gegen die Versuche von EU-Behörden verwahrt, die Meisterpflicht aufzuweichen. „Wir kämpfen vehement für den Erhalt der Meisterpflicht als Qualitätssiegel.“

Zudem nahm Breitschwert die aktuelle Diskussion um den ADAC zum Anlass, die Praxis des Clubs bei dessen Werkstatttests zu hinterfragen: „Ist es wirklich notwendig, bei diesen Tests Fehler einzubauen, die im Alltag oft nicht relevant sind, die Ergebnisse aber massiv negativ beeinflussen?“ Der Verbandspräsident schlug vor, der ADAC solle die aktuell in Aussicht gestellte Transparenz auch dahingehend interpretieren, dass im Gespräch mit getesteten Kfz-Betrieben die Resultate im Detail offengelegt werden müssten.

Fair Garage – auf ein Neues

Schließlich gab DAT-Chef Jens Nietzschmann am Rednerpult das Startsignal für den bundesweiten Roll-out des überarbeiteten Werkstattportals Fair Garage. Dem Neustart des Angebots sei eine Testphase mit 150 Betrieben im Großraum München vorausgegangen. „Werkstattleistungen dürfen auch im Internet nicht verramscht werden“, so Nietzschmann. Vielmehr müsse dort die Qualität der Kfz-Betriebe stärker in den Vordergrund gestellt werden. „Genau dafür steht die DAT mit ihrer Beteiligung an Fair Garage.“

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