ADAC-Test Immer noch kein wirksamer Schutz vor Tacho-Manipulation

Autor Andreas Wehner

Eigentlich sollte der Kilometerstand im Auto besonders vor Manipulation geschützt sein. Dem ADAC gelang es allerdings problemlos, drei aktuelle Modelle zu manipulieren. Und es könnte bei vielen weiteren genauso einfach möglich sein.

Firmen zum Thema

Geräte zur Tachomanipulation gibt es bereits ab 150 Euro.
Geräte zur Tachomanipulation gibt es bereits ab 150 Euro.
(Bild: ADAC)

Die Tachos vieler moderner Autos lassen sich immer noch einfach und schnell manipulieren. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC in einer aktuellen Untersuchung. Der Autofahrerclub hatte stichprobenartig drei Autos mit einem frei erhältlichen Gerät manipuliert: einen Ford Kuga von 2019, einen Opel Grandland X von 2020 und einen Peugeot 208 von 2019.

Wie der ADAC am Dienstag mitteilte, ließen sich die Kilometerstände meist nach wenigen Minuten beliebig verfälschen. Beim Ford und beim Peugeot reichte es nach ADAC-Angaben, das Manipulations-Gerät an die OBD-Buchse anzustecken. Beim Opel musste das Gerät zusätzlich auch am Tacho fixiert werden.

Für über 170 weitere Modelle ab 2019 gebe es passende Menüpunkte in den Manipulationsgeräten, berichtet der ADAC unter Berufung auf die frei zugänglichen Seiten der Gerätehersteller. Die Geräte selbst sind legal erhältlich und leicht bedienbar. Bei vielen Fahrzeugen kann der Kilometerstand ohne Ausbau des Tachos oder anderer Teile beliebig verstellt werden.

ADAC fordert wirksameren Schutz

Eigentlich sollte der Kilometerstand im Auto systematisch geschützt sein. Das verlangt zumindest eine EU-Verordnung, die seit September 2017 für neue Fahrzeugmodelle und seit September 2018 für alle Neuwagen gilt. Doch offenbar reicht das nicht. Der ADAC fordert daher eine Ergänzung der Verordnung. Es müsse eindeutig definiert sein, wie wirksam der Schutz sein müsse und wie er überprüft werde, so der ADAC. Zudem solle eine neutrale Stelle den Manipulationsschutz kontrollieren.

Die Änderung des Kilometerstandes wird laut ADAC nicht nur kurz vor dem Verkauf eines Gebrauchtwagens vorgenommen. Oft würden auch Leasingfahrzeug manipuliert. So landen die falschen Daten schon in der Hersteller-Werkstatt in der Fahrzeughistorie. Eine professionell durchgeführte Tachomanipulation ist dabei nur schwer aufzudecken.

(ID:47603462)