Quartalsbilanz In Deutschland hat Audi die Krise noch nicht überwunden

Autor: Christoph Seyerlein

Weltweit übertrafen die Ingolstädter im ersten Quartal bei den Auslieferungen sogar ihr eigenes Vorkrisenniveau von 2019. Das liegt vor allem an China und Nordamerika. Deutschland zählte dagegen in den ersten drei Monaten zu den Märkten, wo Audi am stärksten zu kämpfen hatte.

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Audi ist für die kommenden Monate „vorsichtig optimistisch“.
Audi ist für die kommenden Monate „vorsichtig optimistisch“.
(Bild: Audi)

Global betrachtet hat Audi ein erfolgreiches erstes Quartal hinter sich. Absatz, Umsatz, Gewinn und Rendite stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar. Doch zwischen den einzelnen Regionen gab es in den ersten drei Monaten enorme Unterschiede.

Am stärksten profitierten die Ingolstädter von den Geschäften in China. Dort setzte die Marke 83 Prozent mehr Neuwagen ab als in den ersten, von einem harten Lockdown geprägten Monaten des Jahres 2020. Ebenfalls klar zulegen konnte Audi in den USA (+32,6 %). Dagegen ist die VW-Tochter in Europa noch nicht über den Berg (-6,1 %). Das hat vor allem mit dem Heimatmarkt Deutschland zu tun. Hierzulande verkaufte Audi mit 47.523 Einheiten fast ein Viertel weniger als vor Jahresfrist (-24,5 %).

Immerhin: Im April legte das Fabrikat in Deutschland bei den Neuzulassungen um 87,4 Prozent zu – allerdings war der April 2020 auch der schwächste Monat in der Pandemie gewesen. Vom Vorkrisenniveau war Audi mit 16.807 Neuzulassungen hierzulande auch noch ein ordentliches Stück entfernt. Im April 2019 waren es noch 23.007 Einheiten gewesen.

Weltweit betrachtet erzielte der Premiumhersteller mit 462.828 Auslieferungen (+31,1 Prozent im Vergleich zu Q1 2020) aber sogar ein besseres Ergebnis als im ersten Quartal 2019 und lag fast exakt auf dem Niveau der ersten drei Monate 2018. Insbesondere die Q-Modelle waren in letzter Zeit stark gefragt, erklärte Audi. Aber auch die elektrischen E-Tron-Derivate tragen zum Wachstum bei (+27 %).

Bei der Prognose zeigt sich Audi zurückhaltender als Volkswagen

Den Umsatz konnten die Ingolstädter im Vergleich zum Vorjahr um 12,9 Prozent auf gut 14 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis schoss nach lediglich 15 Millionen Euro im ersten Quartal 2020 auf mehr als 1,4 Milliarden Euro in die Höhe. Dementsprechend entwickelte sich auch die Rendite: Sie lag bei starken 10 Prozent (Q1 2020: 0,1 %). Vor Steuern verdiente Audi knapp 1,7 Milliarden Euro (Q1 2020: 545 Mio. Euro).

Für den weiteren Jahresverlauf zeigte sich der Hersteller in einer Mitteilung „vorsichtig optimistisch“. Neben der Corona-Pandemie verunsichert die Ingolstädter vor allem der derzeitige Halbleiter-Mangel. Anders als der Volkswagen-Konzern schraubt die Marke deshalb auch nicht ihre Jahresprognose nach oben. Dennoch erwartet Audi klar höhere Auslieferungs- und Umsatzzahlen als im Vorjahr. Die Rendite soll zwischen 7 und 9 Prozent liegen.

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Entwicklungsredakteur