Studie In Europa fehlt es dramatisch an Ladepunkten

Autor / Redakteur: ampnet / Marie Lücke

Wer ein E-Auto fährt, sollte Litauen und Griechenland meiden. Aufladen geht dort nur alle 500 Kilometer. Der Herstellerverband ACEA fordert nun das EU-Parlament auf, ausreichend Ladestationen und Tankstellen für klimaneutrale Kraftstoffe festzuschreiben.

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Die meisten Ladestationen für E-Autos gibt es mit 47,5 Stationen pro 100 Kilometer in den Niederlanden. Deutschland belegt mit 19.4 Ladestationen den dritten Platz im europäischen Vergleich.
Die meisten Ladestationen für E-Autos gibt es mit 47,5 Stationen pro 100 Kilometer in den Niederlanden. Deutschland belegt mit 19.4 Ladestationen den dritten Platz im europäischen Vergleich.
(Bild: Volkswagen AG)

An den Straßen Europas fehlt es dramatisch an Ladesäulen für batterieelektrische Fahrzeuge. Das ermittelte der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) anhand einer Überprüfung der Daten der Mitgliedsländer. Litauen und Griechenland teilen sich den letzten Platz. Pro 100 Kilometer Straße gibt es dort gerade mal 0,2 Ladestationen. Ein Aufladen wäre – rein statistisch gesehen – in diesen Ländern nur alle 500 Kilometer möglich.

Einige europäische Länder kommen statistisch noch nicht einmal auf eine Ladestation pro 100 Kilometer Straßennetz – zum Vergrößern bitte klicken.
Einige europäische Länder kommen statistisch noch nicht einmal auf eine Ladestation pro 100 Kilometer Straßennetz – zum Vergrößern bitte klicken.
(Bild: ampnet/ACEA)

Insgesamt zeigt die ACEA-Studie, dass zehn Länder der EU weniger als eine Ladestation auf 100 Kilometer vorhalten, 18 EU-Mitglieder begnügen sich mit weniger als fünf Stationen auf 100 Kilometer. Bisher die beste E-Infrastruktur haben – nach Meinung der Experten aber noch lange nicht ausreichend – die Niederlande mit 47,5 Stationen pro 100 Kilometer, Luxemburg (34,5), Deutschland (19,4), Portugal (14,9) und Österreich (6,1). Meiden sollten batterieelektrische Autos neben Litauen und Griechenland auch Polen (0,4), Lettland (0,5) und Rumänien (0,5).

ACEA-Generaldirektor Eric-Mark Huitema hat dazu eine klare Meinung: „Die Autokäufer werden sich kaum für ein Zero-Emission-Fahrzeug entscheiden, wenn es nicht genug Ladepunkte oder Tankstellen gibt“. Die Politik könne von den Bürgern in Griechenland, Litauen, Polen oder Rumänien nicht erwarten, sich für den Kauf eines Elektroautos zu entscheiden. Die EU, so Huitema weiter, brauche einen gewaltigen infrastrukturellen Fortschritt. Doch leider stehe der Entwurf für die „Alternative Fuel Infrastructure Regulation“ komplett im Widerspruch zum EU-Programm „Fit for 55“. ACEA fordert deswegen das EU-Parlament auf, die Chance zu ergreifen, ausreichend Ladestationen und Tankstellen für klimaneutrale Kraftstoffe festzuschreiben.

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