Bremen Classic Motorshow: Am Anfang war der Keil

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| Autor: Steffen Dominsky

Die Bremen Classic Motorshow markiert alljährlich den Auftakt der Oldtimermessen in Deutschland.
Die Bremen Classic Motorshow markiert alljährlich den Auftakt der Oldtimermessen in Deutschland. (Foto: Stephan Lindloff)

.„Die 70er: einfach Keil“ – unter diesem Motto findet in diesem Jahr die Bremen Classic Motorshow statt. Im Rahmen einer Sonderschau verkörpern zahlreiche Exponate den schrägen Zeitgeist. Zu den Stars der Ausstellung zählen die Konzeptstudien Mercedes-Benz C-111 und BMW Turbo, die in den frühen siebziger Jahren als absolute Traumautos aller Generationen galten.

Vorn flach und spitz, hinten hoch und stämmig, dazwischen eine Kür ansteigender Kanten – so sah sie aus, die futuristische Auto-Silhouette, die Anfang der Siebziger als greifbare Zukunft der Achtziger verkauft wurde. Die Turiner Styling-Schmiede Bertone „keilte“ als erste aus, Chefdesigner Marcello Gandini wurde 1968 zum Urvater der schroffen Formsprache.

Giorgetto Giugiaro, Gandinis Vorgänger bei Bertone und Gründer von ItalDesign, keilte dagegen – worauf sich die beiden Kontrahenten, die heute zu den größten Autodesignern aller Zeiten zählen, mit immer radikaleren Schaustücken einen aufsehenerregenden Kampf um die Krone der Keilform lieferten. Manche der Schaustücke aus den Federn Gandinis und Giugiaros entwickelten sich zu Prototypen serienmäßiger Traumautos – von denen vier Raritäten für die Sonderausstellung gesetzt sind: Lamborghini Countach, Maserati Khamsin, Lotus Esprit und Lancia Stratos.

Dass das Keil-Styling nicht nur ein Privileg flacher Super-Sportwagen war, zeigt der Aston Martin Lagonda als einziger Viertürer der Sonderschau: Der weltweit teuerste Serienwagen der Spätsiebziger steht so flach und kantig auf den Rädern, dass deren kreisrunde Formen wie stilistische Störsender wirken. 1976 brachte der Lagonda pure Science-Fiction auf die Straße – und einer faszinierten Fangemeinde die Gewissheit, dass dereinst alle Limousinen so aussehen würden.

Automobile Stars aus Fleisch und Blut hat die Bremen Classic Motorshow ebenso zu bieten: So gibt es am Samstag eine Autogrammstunde mit Walter Röhrl und Christian Geistdörfer sowie Jochi Kleint und Gunter Wanger. Der Rennfahrer Roland Asch wird ebenfalls am Samstag auf dem Stand der Kult-Blech-Szene anzutreffen sein. Darüber hinaus erwartet die Besucher eine Auswahl von TÜV-geprüften „Jungen Klassikern“ in Halle 6, eine private Fahrzeugbörse mit über 200 Oldtimern im Parkhaus und eine große Anzahl an Ersatzteilen und Automobilia an über 250 Teilemarkt-Ständen.

Die Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2016, in allen Hallen der Messe Bremen plus der mobilen Halle 8 statt. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro.Weitere Infos finden Sie unter www.classicmotorshow.de.

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