„Wir planen kein eigenes Carsharing“

Renault-Deutschland-Chef Achim Schaible im Gespräch

| Autor: Christoph Baeuchle

Herr Schaible, das Interesse an Elektroautos hat merklich nachgelassen. Das Ziel der Regierung, eine Million E-Autos bis 2020 auf die Straße zu bringen, scheint in weiter Ferne. Wie bekommt Renault das nachlassende Interesse zu spüren?

Achim Schaible: Das Interesse ist weiterhin vorhanden. Die Presse berichtet regelmäßig, allerdings eher kritisch. Der Tenor lautet meist: Die Technik ist gut, aber noch nicht alltagstauglich. Wir sehen dies nicht so.

Sondern?

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: In den ersten vier Monaten wurden in Deutschland fast genauso viel E-Fahrzeuge abgesetzt wie im gesamten vergangenen Jahr. Renault hat mehr als 1.000 Elektroautos verkauft, Kangoo und Fluence ZE. Mit einem Anteil von rund 30 Prozent sind wir hier klar Marktführer. Hinzukommt der Twizy, der als Quad zählt und entsprechend nicht in den Zulassungszahlen Pkw vom Kraftfahrt-Bundesamt erfasst wird. Von ihm verkaufen wir jeden Monat im Schnitt 500 Stück.

Marktführerschaft war ein Ziel von Renault, ein anderes war der Absatz von 8.000 Elektroautos bis Jahresende. Ist dies noch zu schaffen?

Wir sind hinter Plan. Bei unseren Zielvorgaben hatten wir die Impulse der Schaufenster-Regionen eingerechnet, allerdings haben sich bei den Projekten die Entscheidungen verzögert.

Für mehr Absatz soll nun Carsharing sorgen. Warum?

Es ist eine interessante Alternative. Wir planen kein eigenes Carsharing, sondern wollen in ein bestehendes System integriert werden. Dazu sprechen wir mit mehreren Anbietern, Allerdings gibt es noch keine Entscheidungen, wir stehen bei dem Thema erst am Anfang

In Leipzig stellen Sie den Renault Zoe vor, das vielversprechendste ihrer vier E-Autos?

Zurzeit ist der Kangoo ZE unser meistverkauftes Elektroauto. Er stellt für Handwerker eine ideale Alternative dar. Der Zoe ist eine Kompaktlimousine, die für Privatkunden von ihren Nutzungsmöglichkeiten auch als Erstfahrzeug eine echte Alternative darstellt. Es ist ein komplettes Kleinfahrzeug mit einer entsprechenden Reichweite.

Wie viele Einheiten wollen Sie vom Zoe bis Jahresende verkaufen?

Wir werden schnell in den dreistelligen Bereich kommen. Konkrete Zahlen nennen wir nicht.

Wenn Elektroautos das Extrem des Renault-Angebots auf der einen Seite darstellen, dann ist der Renault Alpine das Extrem auf der anderen Seite. Wann kommt der Sportwagen?

Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, mit der neuen Studie testen wir die Akzeptanz. Der Renault Alpine ist ein sehr emotionales Thema. Wie andere Hersteller haben auch wir das Ziel, die Marke emotional aufzuladen. Dazu gehören schönes Design und Traditionen sowie Markenwerte, auch aus der Vergangenheit.

Wie passt der Sportwagen zum Öko-Image, dass sich Renault gerade mit seiner Elektromobilität aufbaut?

Die aktuelle Motorisierung der Studie, die auf einem Mégane Trophy basiert, ist keine Aussage über die Zukunft. Da gibt es mehrere Optionen.

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