Hinweispflicht nach Motoreingriffen

Einbau einer Gasanlage erfordert Aufklärung des Kunden

15.07.2009 | Redakteur: Andreas Grimm

Das Landgericht Stendal hat eine Werkstatt wegen unterbliebender Kundeninformation zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Nach dem Einbau einer Autogasanlage hatten die zuständigen Mitarbeiter nicht auf die notwendige regelmäßige Wartung des Motors hingewiesen.

Das Gericht kam aufgrund eines eingeholten Sachverständigengutachtens zu dem Ergebnis, dass es wegen der höheren Verbrennungstemperaturen beim Gasbetrieb zur Beschädigung der Ventile kommen kann. Um diesem Vorzubeugen, muss im Flüssiggasbetrieb mit einem fetten Gemisch gefahren werden. Bei regelmäßigen Wartungen muss dieses fette Gemisch mit dem erforderlichen Anteil des Gasüberschusses kontrolliert werden.

Wenn die autorisierte Fachwerkstatt es nunmehr unterlässt, als Fachkundige auf diese notwendige regelmäßige Wartung hinzuweisen, begehe sie eine Pflichtverletzung nach § 280 BGB, urteilte das Gericht (AZ: 23 O 437/07). Folglich mache sich das Unternehmen schadensersatzpflichtig, wenn es zum Schaden am Motor kommt, befanden die Richter in der Verhandlung am 20. Januar dieses Jahres. Den Kunden auf die notwendige Wartung hinzuweisen, sei also unbedingt erforderlich.

Hintergründe des Falls

In der Verhandlung hatte der Sachverständige eine Kontrolle nach 10.000 bis 15.000 Kilometern für erforderlich gehalten. Hierauf hatte die Beklagte den Kläger pflichtwidrig nicht hingewiesen, eine Wartung nach jeweils 15.000 gefahrenen Kilometern war nicht erfolgt. In der Folge waren die Ventile am 23.04.07 nach 53.043 gefahrenen Kilometern verbrannt waren.

„Die Beklagte hatte eine Hinweispflicht, da sie als autorisierte Fachwerkstatt gegenüber dem insoweit unkundigen Kläger über ein Fachwissen verfügte“, heißt es in dem Urteil. Unerheblich sei, ob die Betreiber der gängigen Autogasanlage vor dem Einbau einer solchen Anlage den Kläger warnten oder nicht. Die Beklagte habe mit dem Einbau der Anlage in das Gefüge des Motors eingegriffen, dadurch sei es ihre Pflicht gewesen, den veränderten Zustand zu überwachen. Zudem sei der Hersteller einer Autogasanlage auch nicht gehalten, vor dem Einbau einer Autogasanlage zu warnen.

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