Sachmangel wegen Standzeiten eines Wohnmobils

Standzeit von zwei Jahren muss unter Umständen akzeptiert werden

10.12.2009 | Autor: autorechtaktuell.de

Für ein Wohnmobil, das als Vorführwagen verkauft wird, sind im Hinblick auf Standzeiten weniger strenge Anforderungen zu stellen als bei „echten“ Neu- oder Jahreswagen. So entschied das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe mit einem Urteil vom 19.02.2009 (AZ: 9U 176/08).

Für Autos, die als Neuwagen oder als Jahreswagen verkauft werden, wurden durch die Rechtsprechung hinsichtlich der Standzeiten bestimmte Höchstgrenzen aufgestellt. So ist anerkannt, dass ein Zeitraum von mehr als zwölf Monaten zwischen Herstellung und Erstzulassung einen Sachmangel im Sinne des §434 Abs.1 darstellt – der Käufer kann das Fahrzeug zurückgeben.

Der vorliegende Fall unterschied sich in zweierlei Hinsicht. Zum einen ging es nicht um ein Auto, sondern um ein Wohnmobil. Schon deshalb nahm das OLG Karlsruhe an, dass ein Käufer hier nicht so hohe Anforderungen an die Standzeit stellen darf. Eine Standzeit von zwei Jahren sei zu akzeptieren. Knappe Begründung: Ein Wohnmobil steht sowieso viel.

Wichtiger aber ist der zweite Aspekt: Das Wohnmobil wurde hier als Vorführwagen verkauft. Das OLG Karlsruhe ging in seinem Urteil davon aus, dass ein Vorführwagen etwas grundsätzlich anderes sei als ein Jahreswagen. Denn bei der Bezeichnung als Vorführwagen fehle jeglicher Hinweis auf das Alter des Fahrzeugs. Wenn, wie im vorliegenden Fall, der Verkäufer hinsichtlich des Alters keine weiteren Zusicherungen abgibt, muss der Käufer einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen Herstellung und Anmeldung also akzeptieren. Insofern ist ein Vorführwagen mit einem Gebrauchtwagen gleichzusetzen, nicht mit einem Jahreswagen. So mancher Autokäufer wird das bislang anders gesehen haben.

Auszug aus der Urteilsbegründung:

Darin, dass das Fahrzeug bereits zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt im Jahr 2003 hergestellt worden ist, liegt kein Sachmangel.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 330520 / Recht)

Plus-Fachartikel

Toyota: „Ein relevanter Player“

Toyota: „Ein relevanter Player“

Die japanische Marke gibt im Nutzfahrzeuggeschäft Gas. Flottenchef Mario Köhler erklärt, warum der Hersteller eine eigene Nutzfahrzeugmarke ins Leben ruft und im Handel spezialisierte Light-Vehicle-Center installieren will. lesen

Nutzfahrzeugfinanzierung: Den Bedarf genau kennen

Nutzfahrzeugfinanzierung: Den Bedarf genau kennen

Transporterleasing ist nicht gleich Transporterleasing, weiß Christian Schüßler, Commercial Director von Arval Deutschland. Es braucht individuelle Angebote, um die Nutzfahrzeugkunden zu erreichen. lesen