Infiniti erweitert Modellangebot und Netz

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andree Stachowski

Infiniti-Chef Roland Krüger hat am Rande des Genfer Salons den Wachstumskurs der Premiummarke bekräftigt. Helfen sollen Produkte wie Q30 und QX30 – und neue Händler wie demnächst in Bremen.

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Infiniti-Chef Roland Krüger ist guter Dinge, den Absatz der Premiummarke in den kommenden Jahren deutlich zu steigern – nicht zuletzt in Deutschland.
Infiniti-Chef Roland Krüger ist guter Dinge, den Absatz der Premiummarke in den kommenden Jahren deutlich zu steigern – nicht zuletzt in Deutschland.
(Foto: Grimm)

Die japanische Premiummarke Infiniti will im Kompaktsegment angreifen. In Genf stellte die Nissan-Tochter den Kompakt SUV QX30 als Concept Car vor, das Anfang nächsten Jahres, kurz nach dem Q30, an den Start gehen soll. „Wir haben einen klaren Plan für die Einführung“, betonte Infiniti-Chef Roland Krüger im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Zunächst werde das Modell in Europa und den USA sowie in China eingeführt. Daneben arbeitet das Fabrikat an neun weiteren Modell-Neuerungen. Zu sehen war in Genf dazu die Studie Q60.

Zu den konkreten Absatzzielen für die Kompakt-Modelle wollte sich Krüger nicht äußern. Medienberichten zufolge hat die Premiummarke Produktionskapazitäten von rund 60.000 Einheiten in ihrem britischen Werk in Sunderland eingeplant. Die Hälfte der Fahrzeuge wolle Infiniti in Europa verkauft.

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Auf den europäischen Märkten hat Infiniti auch noch kräftig Nachholbedarf. In Deutschland, dem Heimatmarkt von BMW, Mercedes und Audi, zählte das Kraftfahrtbundesamt für die Marke im vergangenen Jahr lediglich gut 1.000 Neuzulassungen.

Partner für Bremen

Das soll sich ändern. „Wir wollen uns Partnernetz in Deutschland ausbauen“, kündigte Krüger an. Derzeit befinde sich Infiniti mit verschiedenen Händlern im Gespräch. Ein Standort ist bereits sicher: In Bremen eröffnet gegen Ende des ersten Halbjahres das Autohaus Möhler, bislang Vertragshändler für Volvo und Nissan mit vier Standorten in Bremen und Oldenburg, einen Infiniti-Schauraum.

Zur künftigen Größe des Infiniti-Netzes in Deutschland äußerte sich Krüger nicht. „Für mich ist ein starkes Netz ein Ausdruck einer starken Marke.“ Entscheidend für Infiniti seien motiviert Händler, die ihr Marktgebiet aktiv bearbeiten.

Expressiver QX30 gibt Vorgeschmack auf Modellergänzungen

Mit der nun vorgestellten Studie gibt Infiniti einen weiteren Ausblick auf die Zukunft der Marke. „Wir zeigen eine unverwechselbare und zeitgenössische Alternative im Segment der kompakten Premiumfahrzeuge für alle, die mehr verlangen als den reinen Status quo“, erläutert Krüger selbstbewusst.

Größere Bodenfreiheit, 21-Zoll-Räder, heruntergezogene Stoßfänger und eine markante Dachreling sind einige Kennzeichen des Crossovers. Das Design stammt von einem internationalen Team. „Der QX30 hat ein sehr expressives Design und hebt sich deutlich vom europäischen Mainstream ab“, betont Christoph Stürmer, seit 2014 Global Lead Analyst beim PWC-Automotive-Institut.

Dies bietet aus Sicht des Automobilexperten gute Chancen, sich in der Nische zu etablieren. Dank der guten Positionierung vor allem in den USA, aber auch in Russland und dem Nahen Osten sei der Ergebnisdruck von Infiniti in Europa nicht zu groß. Dennoch sieht Stürmer die japanische Premiummarke in der Pflicht. Um sich in Deutschland zu etablieren brauche die Marke einen Marktanteil von rund 3 Prozent. Mindestens drei Produktzyklen, also rund 15 bis 20 Jahre, seien dafür notwendig.

Dass Infiniti viel vorhat, bestätigte Design-Chef Alfonso Albaisa am Rande der Fahrzeugvorstellung in Genf. „Wir designen derzeit neun Fahrzeuge in unserem Studio.“ Dabei gibt der QX30 eine entsprechende Orientierung, was von der Premiummarke zu erwarten ist: „Er trägt die DNA in sich, die steuert, wie die Zukunft von Infiniti aussieht“, so Albaisa.

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