Infotainment-Baukasten im VW-Konzern

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Wolfsburg reagiert auf die sinkenden Entwicklungszeiten für elektronische Bauteile. Die Tochter Audi hat einen „modularen Infotainment-Baukasten“ entwickelt, der künftig auch bei den anderen Marken zum Einsatz kommt.

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Der VW-Konzern arbeitet bei Infotainment-Systemen künftig mit einem Modul-Baukasten.
Der VW-Konzern arbeitet bei Infotainment-Systemen künftig mit einem Modul-Baukasten.
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Mit einem modularen Baukasten reagiert Audi auf die immer schnelleren Entwicklungszyklen von elektronischen Bauteilen. Der „modulare Infotainment-Baukasten“ (MIB) trennt künftig Hard- und Software und soll in allen Baureihen der Ingolstädter eingesetzt werden. Gleichzeitig soll das System auch bei allen anderen Marken des VW-Konzerns Einzug halten – von Skoda über Bentley bis zu VW.

„Vernetztes Fahren wird immer wichtiger“, sagt Christian Leberfinger von der Audi-Tochter E-Solutions. Das Unternehmen mit rund 150 Mitarbeitern wurde 2009 gegründet, um schneller Ideen zu entwickeln und umzusetzen. „Um das hohe Tempo in der Computer-Entwicklung mitgehen zu können, müssen wir alle zwei Jahre ein neues System entwickeln und auch anbieten“, sagt der Fachmann. Das sind deutlich kürzere Produktzyklen als bei einem Fahrzeug, das im Durchschnitt nach drei bis vier Jahren ein Facelift erhält und nach sieben bis acht Jahren komplett erneuert wird. Durch das System mit Steckmodul kann die Elektronik-Einheit nach ein paar Jahren durch einfachen Austausch aktualisiert werden.

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Der modulare Baukasten ist sehr kompakt und wird selbst in den Kleinwagen A1 und VW Polo Platz finden. Der im März vorgestellte neue Audi A3 wird demnächst optional mit einem schnellen Rechner ausgestattet sein, der über einen Dual Core 16 Gigabyte-Prozessor und ein Gigabyte Arbeitsspeicher verfügt. Zur Übertragung dient der UMTS-Standard, an dem schnelleren LTE forscht Audi noch.

Weniger Ablenkung für den Fahrer verspricht nicht nur das schon bekannte Trackpad, sondern auch die Reduzierung der Tasten sowie eine Sprachsteuerung. Mit neuen Applikationen soll außerdem das Leben an Bord vereinfacht werden. Audi bietet künftig Stauwarner, Facebook-Zugang oder City-Finder an. Apps von anderen Anbietern, etwa von Apple, werden aber keinen Einzug finden. „Wir lassen keine Apps zu, die den Fahrer ablenken könnten“, sagt Leberfinger. Neu ist auch die Koppelbox mit Ladematte, die leere Handys ohne Kabelsalat füttert und durch eine angeschlossene Antenne außerdem die Sprachqualität verbessern soll.

Wie alle Audi-Fahrzeuge erhält dann auch der A3 optional ein Trackpad auf dem Drehdrückregler in der Mittelkonsole und unterhalb des Lenkrads. Damit soll die Menüführung des Infotainment-Systems vereinfacht werden. Mit dem Finger geschriebene Buchstaben werden schneller erkannt als das Anwählen mit dem Drehregler. Die Infos erscheinen auf dem ausfahrbaren sieben Zoll großen Monitor und im Cockpit zwischen Drehzahlmesser und Tachometer.

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