Initiative soll Filternachrüstung ankurbeln

Jahrespressekonferenz des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen

| Autor: Christoph Baeuchle

Die Führungsspitze des Kfz-Gewerbes NRW: Präsident Frank Mund (li.) und Vize-Präsident Bruno Kemper
Die Führungsspitze des Kfz-Gewerbes NRW: Präsident Frank Mund (li.) und Vize-Präsident Bruno Kemper (Foto: Baeuchle)

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Das Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalen will mit der Initiative „NRW fährt grün“ das Interesse der Verbraucher an der Filternachrüstung wecken und die staatliche Förderung besser nutzen. Dazu hat der Landesverband ein vierstufiges Konzept entwickelt, um die in Frage kommenden Kunden anzusprechen. In NRW gibt es rund 9,5 Millionen Pkw auf den Straßen, davon haben etwa eine halbe Million höchstens die gelbe Plakette.

„Viele der 500.000 betroffenen Autofahrer kennen nicht die Chancen“, betonte Frank Mund, Präsident Kfz-Gewerbe NRW, im Rahmen der Jahrespressekonferenz des Landesverbandes. Das soll sich nun ändern. Der Verband bietet Kfz-Betrieben die Möglichkeit, mittels einer EDV-Anwendung umrüstfähige Fahrzeuge in ihrem Bestand aktiv zu identifizieren und die Kunden über die Nachrüstmöglichkeiten zu informieren. Neben einem konkreten Umrüstangebot mit 0-Prozent-Finanzierung profitieren Nachrüster auch durch einen staatlichen Zuschuss von 260 Euro.

Zufriedene Gesichter beim Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalen: (v. li.) Marcus Büttner (Geschäftsführer), Frank Mund (Präsident), Bruno Kemper (Vizepräsident) und Dieter Paust (Hauptgeschäftsführer).
Zufriedene Gesichter beim Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalen: (v. li.) Marcus Büttner (Geschäftsführer), Frank Mund (Präsident), Bruno Kemper (Vizepräsident) und Dieter Paust (Hauptgeschäftsführer). (Foto: Baeuchle)

Bislang ist das Interesse der Verbraucher bundesweit verhältnismäßig gering. Mitte April waren lediglich knapp 11.500 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingegangen. 26 Millionen Euro liegen noch ungenutzt im Fördertopf.

Dabei könnte die Filternachrüstung den Werkstätten helfen, der negativen Entwicklung im Servicegeschäft entgegenzuwirken. Wie in anderen Bundesländern machte 2014 der rückläufige Serviceumsatz den Betrieben in Nordrhein-Westfalen zu schaffen: Er sank um 3,4 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Besser sah es bei Neu- und Gebrauchtwagen aus: Der Umsatz mit neuen Pkw legte um 8,5 Prozent auf knapp 11 Milliarden Euro zu, und der fabrikatsgebundene Gebrauchtwagenumsatz stieg um knapp 23 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro.

Umsatzplus erreicht Renditen nicht

Mit der positiven Gesamtumsatzentwicklung von Plus 7,7 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro ist das Kfz-Gewerbe natürlich zufrieden, anders sieht es mit dem Ertrag aus: Er ging leicht auf gut 1 Prozent zurück. „Unterm Strich haben unsere Betriebe vom Umsatzplus also nicht viel gehabt“, bilanziert Bruno Kemper, Vizepräsident Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalen.

Die durchschnittlich erzielte Rendite der knapp 9.500 Meisterbetriebe mit ihren 76.600 Beschäftigten reicht nicht, um die Investitionen für die Zukunft zu stemmen. „Um unsere Unternehmen baulich, technisch und personell auf einem zeitgemäßen Niveau zu halten, wird eine Rendite von 3 Prozent erforderlich sein“, stellte Kemper klar.

Für die nahe Zukunft ist das Kfz-Gewerbe zuversichtlich. „Auch vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an Neu- und Gebrauchtfahrzeugen im Laufe des Jahres gedeckt sein wird und der Markt zur Normalität zurückgelangt, gehen wir in 2015 für die Bereiche Neu- und Gebrauchtwagen von einem leichten Umsatzplus mit etwas besseren Erträgen aus“, prognostizierte Kemper. Das Servicegeschäft sollte sich auf stabilem Niveau bewegen.

Zukunftssicherung durch „Triale Ausbildung“

Damit das Kfz-Gewerbe NRW auch für die längerfristige Zukunft gerüstet ist, hat Präsident Mund das Thema Nachwuchsförderung auf die Agenda gesetzt. Die bereits vorhandenen Ausbildungsangebote sollen um die „Triale Ausbildung“ ergänzt werden (siehe auch Interview mit Frank Mund in »kfz-betrieb« Ausgabe 14). „Diese Ausbildung vereinigt die klassische Ausbildung mit dem Meiserbrief und einem betriebswirtschaftlichen Studium“, erläuterte Mund. Innerhalb von fünf Jahren (zehn Semester) machen die Nachwuchskräfte sowohl den Abschluss als Kfz-Mechatroniker als auch einen Bachelor-Abschluss. Mit Beginn des Wintersemesters 2016 hofft der Verband den Ausbildungsgang anbieten zu können.

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