Initiative zur Verbreitung von E-Stationen

Redakteur: Andreas Grimm

Mit einem engmaschigen Netz an Schnellladesäulen will eine Industrie-Initiative die Versorgung von E-Fahrzeugen sicherstellen - und damit Bedenken gegen deren Kauf zerstreuen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Verbreitung von Schnellladestationen ist ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz des Elektroautos. Damit deren flächendeckende Einführung nicht an den Anschaffungskosten scheitert, wollen der Automobilhersteller Nissan, Siemens sowie mehrere europäische Energieversorger wie die spanische Endesa oder die portugisische Efacec und Automobilzulieferer gemeinsam für günstige Ladestationen sorgen.

Durch eine jüngst vereinbarte Zusammenarbeit soll der Preis der Ladesäulen auf unter 10.000 Euro sinken, so dass die Technik für Parkhausbetreiber, Tankstellen und Einzelhändler mit Kundenparkplätzen attraktiv und für den Fahrzeughandel erschwinglich wird. „Die Kooperation legt damit den Grundstein für Tausende von Schnellladestationen in Europa bis Ende 2012“, heißt es dazu in einer Mitteilung von Nissan. Bis 2015 soll das Netz auf zehntausende Stationen anwachsen.

Der japanische Autobauer verfolgt mit der Initiative durchaus Eigeninteressen, steht doch die Einführung des Vollelektrofahrzeugs Leaf in weiteren europäischen Märkten bevor. In Deutschland startet das Modell Anfang 2012. Dessen Kunden würden „in Zukunft ein engmaschiges Netz von Schnellladestationen vorfinden, an denen sie die Batterie ihres Fahrzeugs in weniger als einer halben Stunde auf 80 Prozent der Kapazität aufladen können“, prognostiziert der Importeur. Der komplette Ladevorgang der E-Auto-Batterien an konventionellen Steckdosen und Ladesäulen kann dagegen bis zu acht Stunden dauern. Bislang stehen extrem wenige Schnellladesäulen zur Verfügung.

Die Stationen nutzen Schnellladegeräte des „Cha de Mo“-Standards, die 50 Kilowatt abgeben und den Ladevorgang damit erheblich beschleunigen. „Cha de Mo“ steht für „Charge to Move“ und bezeichnet einen Industriestandard für Ladevorrichtungen von Elektrofahrzeugen, auf den sich japanische Unternehmen wie Nissan, Toyota, Mitsubishi und Fuji Heavy Industries verständigt haben. Heute gehören dem Verbund über 150 Unternehmen weltweit und auch Kommunalverwaltungen an.

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