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Innung Bonn: Schluss mit leeren Diesel-Beteuerungen

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Statt weiterer Beteuerungen sind endlich Lösungen gefragt. Das gilt für die Nachrüstung älterer Diesel, das gilt für Fahrverbote. Obermeister Manfred Jansen legt beim traditionellen Neujahrsempfang der Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg den Finger in die Wunde.

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Die Stimmung ist gut, wenn es nicht um den Diesel geht: Obermeister Manfred Jansen (li.) und Geschäftsführer Oliver Krämer (beide Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg).
Die Stimmung ist gut, wenn es nicht um den Diesel geht: Obermeister Manfred Jansen (li.) und Geschäftsführer Oliver Krämer (beide Kfz-Innung Bonn Rhein-Sieg).
(Bild: Baeuchle)

Die Herausforderungen der Branche sind groß, Lösungen häufig nicht in Sicht. Das gilt für die Dieselkrise, die Nachrüstungen und Fahrverbote. Zum Beispiel in Bonn. Hier droht älteren Dieseln das Aus auf zwei wichtigen Straßen, obwohl Ministerpräsident Armin Laschet Fahrverbote als unverhältnismäßig und damit rechtswidrig bezeichnet und angekündigt hat, es werde in NRW keine geben.

„Was nutzen am Ende all diese Beteuerungen?“, fragte Obermeister Manfred Jansen beim traditionellen Neujahrsempfang der Kfz-Innung Bonn in die Runde. Nicht das einzige mal, wie Jansen zeigte, dass man sich auf Worte allein wohl besser nicht verlässt.

Das gilt auch bei der Nachrüstung. Hatte Volkswagen zunächst angekündigt, die Nachrüstung älterer Diesel zu unterstützen, kam kurz danach nicht nur ein Dementi, sondern gar eine Warnung vor der Nachrüstung. „Von den Automobilherstellern erwarte ich, dass sie mit den Anbietern von Nachrüstsystemen kooperieren, statt – wie VW – öffentlich vor der Nachrüstung zu warnen“, stellte der Obermeister klar.

Eine solche Strategie der Hersteller bewirkt vor allem eines: Drei Jahre nach Ausbruch der Dieselkrise sind die Verbraucher verunsicherter denn je. Das trifft viele Bonner Händler und Werkstätten zum Jahresstart. Die Furcht vor weiteren Dieselrückläufern von Privatbesitzern ist groß.

Fordern ohne zu überfordern

Das trübt natürlich auch den Ausblick auf die nächsten Monate. Dennoch ist Jansen zuversichtlich, verweist auf die für 2019 erwarteten mehr als 3,4 Millionen Neuzulassungen und stabile Zahlen im Service.

Der Erfolg des jeweiligen Betriebs hängt stark von seinen Mitarbeitern ab. Diese gilt es zu motivieren, immer wieder aufs Neue. Das richtige Maß an Herausforderung, die zu den jeweiligen Fähigkeiten passt, gilt es zu finden. „Fordern Sie sich immer wieder neu, ohne sich dabei zu überfordern“, empfahl Marco Freiherr von Münchhausen, der als Referent über Motivation sprach. Das gilt für Unternehmer, aber auch für Mitarbeiter.

Dabei muss jeder selbst seinen „inneren Schweinehund“ überwinden. Dafür empfiehlt von Münchhausen, sich zunächst klare Vorstellungen von den Zielen zu machen und dann langsam zu starten. „Um sich zu überwinden, braucht man das Gefühl der Machbarkeit.“ Sonst hat der Schweinehund leichtes Spiel.

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