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Innung Bruchsal: Davon träumen andere Handwerksbetriebe

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Der Diesel macht Kfz-Betrieben weiter zu schaffen. Aber das ist nur eine Facette im Alltag. Andere geben Grund zum Optimismus, wie Obermeisterin Birgit Leicht bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Bruchsal aufzeigte.

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Verbreiten Zuversicht: Birgit Leicht (Obermeisterin der Kfz-Innung Bruchsal) und Joachim Wohlfeil (Präsident der HWK Karlsruhe).
Verbreiten Zuversicht: Birgit Leicht (Obermeisterin der Kfz-Innung Bruchsal) und Joachim Wohlfeil (Präsident der HWK Karlsruhe).
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Trotz branchenweiter Dieselprobleme ist man in Bruchsal zuversichtlich. Das hat mehrere Gründe, einer davon ist der ständig steigende Fahrzeugbestand. „Die Autos werden länger gefahren, und das ist gut für unser Werkstattgeschäft“, sagte Obermeisterin Birgit Leicht in der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Bruchsal. Denn nach wie vor gilt: „Der Service ist noch immer die entscheidende Ertragssäule der Betriebe.“

Dabei ist die Region von der Emissionsproblematik durchaus betroffen. Die Diskussion um Feinstaub und Stickoxide verunsichern Autofahrer im Landkreis Karlsruhe. Erste Messstellen werden eingerichtet. „Sobald die Messungen die Grenzwerte überschreiten, geht auch hier die Diskussion um Fahrverbote los“, ist sich Leicht sicher. Aus Sicht der Obermeisterin verfolgt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das langfristige Ziel, den Autoverkehr aus der Stadt zu verbannen. Das werde sie aber nicht schaffen.

Leicht verweist auf das Beispiel Stuttgart: Die Zahl der dort neu zugelassenen Fahrzeuge ändert sich kaum, der Verkehr bleibt also erhalten. Die Käufer entscheiden sich lediglich für eine andere Antriebsart: Statt auf einen Diesel greifen sie nun häufiger auf einen Benziner zurück.

Die oberste Repräsentantin des Kfz-Gewerbes im Raum Bruchsal glaubt, dass sich langfristig e-Fuels (synthetische Kraftstoffe) durchsetzen werden. Dann würden auch weiterhin Motoren in den Fahrzeugen gebraucht, und die Arbeit müsse in den Werkstätten auch künftig erbracht werden.

Suche nach Auszubildenden bleibt schwierig

Der Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, Joachim Wohlfeil, spricht von einer sehr guten Konjunkturlage im Gesamthandwerk – einzig das alte Klagelied der Ausbildung sei das beherrschende Thema in fast allen Handwerksbetrieben: „Wo sind die ausbildungsfähigen Schulabgänger?“ In allen Betrieben fehlt es an Azubis.

Eine Ausnahme bilden laut Wohlfeil die Kfz-Betriebe. Mit 148 Azubis habe die Kfz-Innung Bruchsal einen neuen Rekord gemeldet. Im Karlsruher Handwerk steigen seit Jahren die Zahlen der Abiturienten, zuletzt auf 15 Prozent. Wohlfeil sieht eine Weiterbildung zum Betriebswirt und/oder den Besuch der Meisterschule als gute Alternativen zum Studium. Die Chancen, in den kommenden Jahren einen Betrieb zu führen, der aus Altersgründen zur Übernahme ansteht, seien besser als je zuvor.

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