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Innung Mittelrhein: Digitalisierung zwingt Betriebe zum Handeln

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Erhellende Einblicke in die zukünftige Automobilwelt lieferte die Jahreshauptversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein. Im Zuge der Digitalisierung ändert sich vieles in rasantem Tempo.

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ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos referierte bei der Jahreshauptversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein.
ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos referierte bei der Jahreshauptversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein.
(Bild: Kfz-Innung Mittelrhein)

Auf den ersten Blick haben der Außerirdische E.T. und ein BMW 5 GT nicht viel gemeinsam. Aber auf den zweiten Blick gibt es durchaus Gemeinsamkeiten. „Beide können nach Hause telefonieren“, erläuterte ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos bei seinem Vortrag im Rahmen der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein. Was lustig klingt, hat einen für die Kfz-Branche ernsten Hintergrund.

Autos der neuesten Generation senden Daten an den Hersteller und nur an diesen. Konkret: Die Fahrzeughersteller verbauen eine Telematikeinheit, die ihnen beständig Daten über den Zustand des Fahrzeugs übermittelt. So kann etwa gezählt werden, wie viele Bewegungen Reifen oder Scheibenwischer ausführen. Ist die Anzahl erreicht, die einen Austausch sinnvoll macht, wird der Fahrer mittels Nachricht auf seinem Display im Wagen darauf aufmerksam gemacht.

Mitglieder der Kfz-Innung Mittelrhein trafen sich zur Jahreshauptversammlung.
Mitglieder der Kfz-Innung Mittelrhein trafen sich zur Jahreshauptversammlung.
(Bild: Kfz-Innung Mittelrhein)

Mehr noch: Immer mehr Reparaturen sind elektronischer Natur und lassen sich bereits über Datenfunk durchführen. Erfahren die Hersteller nun via Telematikeinheit von einer solchen fälligen Reparatur, können sie gleich ihren Service anbieten. „Die Dienstleistungen reichen heute schon von Pannenhilfe und Fahrzeugservice bis hin zur Installation aktualisierter Navigationskarten“, so Arathymos.

Für die Autowerkstätten heißt das: Sie bleiben außen vor. Der ZDK hat die Zeichen der Zeit erkannt. Er arbeitet bereits an Lösungen, die es ermöglichen, dass auch Innungsmitglieder den Kontakt zu ihren Kunden über das Fahrzeugdisplay halten können. Und er arbeitet daran, auf europäischer Ebene neue Gesetze durchzubringen. Sie sollen die Hersteller dazu zwingen, ihre Daten mit anderen Marktteilnehmern zu teilen.

Stabile Ausbildungszahlen

Nicht nur der richtige Zugang zu Kunden ist künftig entscheidend, auch qualifizierte Mitarbeiter spielen eine wesentliche Rolle. Da ist die Kfz-Innung Mittelrhein gut aufgestellt. Die Ausbildungszahlen sind stabil, die Freisprechungsfeiern so beliebt und gut besucht wie nie, der Bundesleistungswettbewerb für junge Kfz-Mechatroniker wird in diesem Jahr zum zweiten Mal in Koblenz stattfinden: Es gibt wenig Grund für die 200 Vollmitglieder umfassende Innung, sich zu beklagen.

Und wenn auch die zunehmende Bürokratisierung Kopfschmerzen bereitet und in Zeiten des Fachkräftemangels bereits erste Headhunter auf der Suche nach Berufsnachwuchs gesichtet wurden, kann Obermeister Hans-Werner Norren zufrieden konstatieren: „Wir sind insgesamt gut aufgestellt.“ Trotzdem tut ein Blick auf die Entwicklungen der Zukunft dringend Not. Denn wer nicht ausgebremst werden will, braucht Wissen.

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