Innung Mittelrhein: Meisterbetriebe klagen über Azubi-Leistungen

Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein

| Autor: Holger Zietz

Hans-Werner Norren, Obermeister der Kfz-Innung Mittelrhein.
Hans-Werner Norren, Obermeister der Kfz-Innung Mittelrhein. (Bild: Kfz-Gewerbe)

Wenn der Jugend die Zukunft gehört, dann sieht es in der Region Koblenz zum Teil schlecht aus. Dabei schaffen es die Ausbildungsbetriebe im Kfz-Gewerbe zwar nach wie vor, die Lehrstellen zu besetzen. Aber die Leistungen der jungen Menschen lassen zu wünschen übrig.

„Die schulischen Leistungen der Bewerber sind stark gesunken und stehen im Widerspruch zu den Anforderungen im Berufsalltag“, sagte Obermeister Hans-Werner Norren auf der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Mittelrhein. In Zeiten von vollelektrischen und Hybridfahrzeugen, in denen Hersteller bereits am autonomen Fahren arbeiten, „brauchen wir keine Schrauber mehr“. Die Monteure müssten in der Lage sein, mit Strom und Elektronik zu arbeiten und die Zusammenhänge zu verstehen.

Die Mitglieder der Kfz-Innung Mittelrhein haben bei den Wahlen das Führungsteam im Amt bestätigt.
Die Mitglieder der Kfz-Innung Mittelrhein haben bei den Wahlen das Führungsteam im Amt bestätigt. (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Nun will die Kfz-Innung die Jugendlichen in ihrer Ausbildung noch mehr unterstützen. In einem ersten Schritt hat die Innung die Azubis des ersten Lehrjahres mit Multimetern ausgestattet. In einem zweiten Schritt will sie Lehrgänge am Wochenende anbieten, um Themen zu vermitteln, für die im beruflichen Alltag die Zeit zu fehlen scheint. Auch über Nachhilfe in Mathematik wird nachgedacht. „Notfalls üben wir auch die vier Grundrechenarten“, merkte Norren an.

Zugleich appellierte der Obermeister auch an die Autohäuser und Werkstätten, mehr in die Ausbildung zu investieren. Kfz-Mechatroniker müssten ihre Lehre mit guten Kenntnissen abschließen, um dann modellspezifisch weiterlernen zu können.

Für Norren ist eines klar: „Wer die Prüfung nur knapp mit 50 oder 51 Prozent besteht, kann später in diesem Beruf kaum arbeiten.“ Zwar könnten solche Kandidaten in der Industrie als angelernte Kräfte einen Platz finden, doch „einen solchen Aderlass kann sich die Branche nicht leisten“.

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