Innung München-Oberbayern mit Nachwuchssorgen

Fehlender Nachwuchs macht Änderung der Innungssatzung nötig

| Autor: Konrad Wenz

Führen weiter die Innung München-Oberbayern: Obermeister Hans Medele (m.) und seine Stellvertreter Karl Burghart (r.) und Wilhelm Bairlein.
Führen weiter die Innung München-Oberbayern: Obermeister Hans Medele (m.) und seine Stellvertreter Karl Burghart (r.) und Wilhelm Bairlein. (Foto: Wenz)

Hans Medele bleibt Obermeister der Innung München-Oberbayern. Auf der Jahreshauptversammlung am Dienstag in München wurde Medele einstimmig in seinem Amt bestätigt. Auch beim restlichen Innungsvorstand gab es keinerlei Veränderungen. Die beiden stellvertretenden Obermeister Wilhelm Bairlein und Karl Burghart hätten eigentlich wegen des Überschreitens der in der Innungssatzung festgeschriebenen Altersgrenze nicht mehr gewählt werden können, hatten aber beide signalisiert, für eine weitere dreijährige Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Da sich im Vorfeld der Jahreshauptversammlung keine geeigneten Kandidaten finden ließen, unterbreitete der Innungsvorstand der Versammlung den Vorschlag, die Altersgrenze bei Bedarf außer Kraft zu setzen. Diesen Vorschlag nahmen die Wahlberechtigten einstimmig an. Somit bestätigte die Versammlung auch die Stellvertreter mit wenigen Enthaltungen in ihren Ämtern.

Gerade einmal 80 Teilnehmer zählte die Jahreshauptversammlung der Innung. Und das, obwohl sich die Mitarbeiter alle Mühe gegeben hatten, die Veranstaltung in einem ansprechenden Ambiente durchzuführen. Die Teilnehmer trafen sich im Künstlerhaus am Lenbachplatz, das allein einen Besuch wert gewesen wäre.

Angesichts der 1966 Mitgliedsbetriebe in Bayerns größter Innung hätte man durchaus eine höhere Teilnehmerzahl erwarten können. Recht positive Zahlen konnte dagegen Obermeister Hans Medele in seinem Bericht zu den Aktivitäten der Innung München-Oberbayern vermelden.

Immerhin wurden von den Innungsmitgliedsbetrieben im vergangenen Jahr 320.000 Neuwagen verkauft, was etwa 54,5 Prozent des bayerischen Gesamtmarkts waren. Zudem berichtete Medele von steigenden Gebrauchtwagen- und Werkstattumsätzen. Die durchschnittliche Werkstattauslastung lag bei rund 79 Prozent, der Umsatz im Service- und Werkstattgeschäft betrug 2013 bei allen bayerischen Betrieben 4,41 Milliarden Euro. „Bei allen optimistischen Zahlen steht der Kfz-Handel durchaus vor großen Herausforderungen“, führte Medele aus.

Nur 60 Prozent der verkauften Neuwageneinheiten seien über den ordentlichen Handel abgesetzt worden. Den Rest würden die Fahrzeughersteller und -importeure direkt an Flotten- und Leasinggesellschaften und über eigene Niederlassungen vertreiben. „Zudem bieten verstärkt Werkstattportale im Internet ihre Dienste an. Das sehe ich kritisch, weil eine genaue Auftragsbeschreibung Sachkunde voraussetzt, die der Autofahrer in der Regel nicht hat“, erklärte Medele. Die Aussage „Es klappert vorne im Motorraum“ sei keine handfeste Kalkulationsbasis für einen Werkstattauftrag.

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