Innung Northeim-Einbeck: Langer Weg zur E-Mobilität

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Bislang führen E-Autos ein Nischendasein. Zum Glück, ist Elektroexperte Götz Girmann überzeugt. Denn die deutschen Netze sind nicht darauf vorbereitet und würden zusammenbrechen.

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Partner in puncto E-Mobilität: Götz Girmann (Obermeister der Elektro-Innung Northeim-Einbeck) und Ernst-August Bethel (Obermeister der Kfz-Innung Northeim, Einbeck, Duderstadt).
Partner in puncto E-Mobilität: Götz Girmann (Obermeister der Elektro-Innung Northeim-Einbeck) und Ernst-August Bethel (Obermeister der Kfz-Innung Northeim, Einbeck, Duderstadt).
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Bislang war vom seit Jahren angekündigten Trend zur E-Mobilität noch nicht viel zu sehen. Die Nachfrage steigt zwar, aber die Elektroautos haben es noch nicht aus der Nische geschafft. Und das ist auch gut so. Denn aus Sicht von Götz Girmann, Obermeister der Elektro-Innung Northeim-Einbeck, ist die Infrastruktur nicht darauf vorbereitet.

„Die Leitungen der Energieversorger kommen an ihre Grenzen, wenn die Elektrofahrzeuge aus ihrem Nischendasein hervortreten“, betonte Girmann bei seiner Rede bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Northeim, Einbeck, Duderstadt. Wollen ein oder zwei Anwohner einer Straße ihr Fahrzeug laden, ist dies kein Problem. „Wenn aber zehn und mehr Elektrofahrzeuge mit großer Anschlussleistung Strom aus dem öffentlichen Netz aufnehmen, kommen Versorger an ihre Grenzen.“

Denn die Infrastruktur ist darauf nicht vorbereitet. Die Leitungen und Trafostationen sind für solche Mengen nicht ausgelegt. Die dafür notwendigen Investitionen haben bislang nicht stattgefunden. „In den Innenstädten Südniedersachsens sind die verlegten Erdkabel rund 50 Jahre alt“, ergänzte Girmann. In dieser Zeit habe noch niemand an elektrische Autos als Stromabnehmer gedacht.

Etwas besser sieht es in Neubaugebieten aus. Aber noch nicht gut genug. Denn selbst hier halten nach Einschätzung des Elektrofachmanns die Leitungen nicht stand, wenn jeder Haushalt ein Elektroauto lädt. Girmanns Empfehlung: „Der Kunde soll vor dem Kauf die Lademöglichkeiten mit seinem Elektrobetrieb klären.“

Ein guter Tipp, den auch der Verband gibt. Jüngst haben das Kfz-Gewerbe und die E-Handwerke eine Kooperation geschlossen. Innungsfachbetriebe aus dem Kfz-Gewerbe können zusammen mit dem Elektrohandwerk Lösungen aus einer Hand anbieten. Die Kunden erhalten im Autohaus gleichzeitig Beratung zum Kauf des für sie passenden Fahrzeugs und zu Serviceangeboten für den laufenden Betrieb.

Soll zu Hause eine Ladestation installiert werden, sollte der Fachmann gefragt werden. Denn laut Girmann kann der Schuko-Stecker durchaus Probleme verursachen. Er rät, einen solchen Anschluss in jedem Fall als sogenannten Sonderstromkreis zu legen. Dieser ist extra abgesichert. Es darf kein anderer Verbraucher integriert sein.

Probleme aber können mit den kleinen Ladegräten bei den üblichen Schutzeinrichtungen gegen Fehlströme im Haushalt auftreten. Sollte es zu einem Kurzschluss kommen, trennt der FI-Schalter den Strom nicht mehr. Ein Brand könnte entstehen.

Bislang lief bei den Mitgliedsbetrieben der Kfz-Innung Northeim, Einbeck, Duderstadt alles gut. Die teilnehmenden Innungsmitglieder konnten sich an keinen Vorfall erinnern, bei dem der Kauf eines Elektrofahrzeugs Ladeprobleme zu Hause verursacht habe.

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