Innung Unterfranken: „Wo sind die Prämien?“

Redakteur: Markus Lauer

Auf der Frühjahrstagung der Kfz-Innung Unterfranken stellt Obermeister Johannes Bleuel die Frage, wann die Kfz-Betriebe an den Gewinnen der Autohersteller partizipieren.

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Johannes Bleuel moderierte die Frühjahrstagung der Kfz-Innung Unterfranken.
Johannes Bleuel moderierte die Frühjahrstagung der Kfz-Innung Unterfranken.
(Foto: Lauer)

Johannes Bleuel, Obermeister der Kfz-Innung Unterfranken, begrüßte die 150 anwesenden Gäste und berichtete über Aktuelles aus der Branche. „Die deutschen Autohersteller erwirtschafteten im Jahr 2011 enorme Gewinne. Beispielsweise schütteten Audi, BMW und Porsche satte Prämien an ihre Belegschaft aus. Es sei ihnen gegönnt“, so Bleuel. „Doch wo sind die Gewinne der Kfz-Betriebe? Viele Betriebe können ihren Mitarbeitern weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld bezahlen, geschweige denn Prämien. Aber der Service ist das Rückgrat des Kfz-Gewerbes."

Zum Thema Abgasuntersuchung (AU) in Kfz-Werkstätten sagte Bleuel: „Wir wehren uns dagegen, dass die Prüforganisationen die AU den Werkstätten abwerben. Damit können die Betriebe Geld verdienen; sie sollten die AU nicht außer Haus geben.“

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Anschließend ehrten Johannes Bleuel und Richard Wagner, Geschäftsführer der Kfz-Innung Unterfranken, verschiedene Meister für ihr 40. oder 50. Betriebsjahr und überreichten ihnen den goldenen Meisterbrief.

Danach erhielten Bleuel und Wagner von Christian Schopf, Produktmanager Schmierstoffe Baywa AG, einen Scheck in Höhe von 1.425 Euro überreicht. Die Summe kam durch die Ausbildungsoffensive der Unternehmen Fuchs Europe Schmierstoffe und der Baywa AG zustande: Von jedem im Innungsgebiet verkauften Liter Motoröl oder anderen Produkten geht ein Betrag zwischen einem und vier Cent an die Kfz-Innung. Damit wird die Aus- und Weiterbildung unterstützt.

HU-Adapter nicht nötig

„Neuerung der technischen Fahrzeugüberwachung“ war das Thema von Matthias Pfau, Technischer Betriebsberater beim Landesinnungsverband München. Pfau sagte, dass nur noch in die Handswerksrolle eingetragene Kfz-Betriebe oder -Werkstätten ein Prüfstützpunkt sein können, da diese Betriebe rechtlich befugt sind, festgestellte Mängel zu beheben. Ein Fahrzeugaufbereitungs-Betrieb kann dies nicht, also kann er auch kein Prüfstützpunkt sein.

Desweiteren referierte Pfau über die nötige Betriebsausstattung für die HU-Prüfung und über die Softwareupdates der AU-Geräte. Zum Thema HU-Adapter sagte Pfau: „Werkstätten werden dieses Gerät nicht benötigen, da sie die entsprechenden Elektronik-Prüfungen mit den vorhanden Marken- beziehungsweise Mehrmarkengeräten abdecken können.“ Interessenten erhalten beim Landesinnungsverband des Kfz-Gewerbes in München detaillierte Informationen bezüglich der Neuerungen der HU.

Anschließend hielt Arne Büchner, Servicetrainer und Gesellschafter der ABC 2.0, einen Vortrag über die Aufgaben eines Serviceberaters. „Berät er noch oder verkauft er schon?“ fragte Büchner etwas provokant. „Der Serviceberater ist die Verkaufsabteilung der Werkstatt. Kein Serviceberater muss Autos reparieren oder warten können. Er muss den Service und das Zubehör verkaufen können und sollte sich mit Fahrzeugindividualisierung auskennen. Deshalb sind Gebrauchtwagen-, Sportartikel- und technisch interessierte Verkäufer ideale Serviceberater“, erklärt Büchner. Was viele Kfz-Betriebe laut Büchner nicht wissen, ist, dass der Serviceberater rechtlich gesehen ein kaufmännischer und kein technischer Mitarbeiter ist. Kfz-Betriebe, die eine Betriebsanalyse oder die Stärken und Schwächen der Mitarbeiter prüfen lassen möchten, können sich an ABC 2.0 wenden.

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