VW-Vertriebsvorstand Zellmer „Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unseren Partnern im Handel“

Autor: Christoph Seyerlein

Seit Herbst 2020 ist Klaus Zellmer als VW-Vertriebsvorstand im Amt. Nun hat er erstmals in dieser Rolle ein Interview gegeben. Darin berichtet er von Problemen in der Lieferkette und gibt eine Einschätzung zur Leistung der VW-Händler ab.

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Klaus Zellmer hat im Herbst 2020 Jürgen Stackmann als Vertriebsvorstand der Marke VW abgelöst.
Klaus Zellmer hat im Herbst 2020 Jürgen Stackmann als Vertriebsvorstand der Marke VW abgelöst.
(Bild: Volkswagen)

Mitte September 2020 hat Klaus Zellmer Jürgen Stackmann als Vertriebsvorstand der Marke VW Pkw abgelöst. Dem „Handelsblatt“ gab der 53-Jährige nun sein erstes Interview in neuer Funktion.

Den Handel schwor der Manager dabei direkt auf einen holprigen Jahresstart ein. Denn VW kämpft derzeit mit einem Chipmangel. Vor allem die Golf-Produktion leidet darunter. Zellmer erklärte: „Die Golf-Fertigung haben wir schon deutlich vor Weihnachten gestoppt und nehmen sie auch erst Mitte Januar wieder auf. Der Tiguan andererseits ist in dem Maße nicht betroffen.“ Auch auf die Produktion der Elektromodelle soll das Problem keine negativen Auswirkungen haben. Allerdings könne noch niemand sagen, wann sich die Lage wieder normalisiert, mahnte Zellmer.

Den Mangel führt er darauf zurück, dass einige Lieferanten nicht damit gerechnet hätten, dass die Auto-Nachfrage infolge der Corona-Pandemie wieder in dem Maße anzieht, wie sie es getan hat. „Die aktuelle Situation lässt sich gut mit einem Fußballspiel vergleichen: Wir geraten früh in Rückstand – im ersten Quartal – und werden danach auf den Ausgleich drängen“, sagte der Vertriebsvorstand. Eines sei sicher: „Wir werden 2021 um jedes Auto kämpfen.“

ID 3 2020 „noch gut ins Ziel bekommen“

Zu kämpfen hatte VW zuletzt auch mit negativen Schlagzeilen rund um die eigene Elektro-Offensive. Greenpeace hatte den Wolfsburgern und ihren Händlern unterstellt, den ID 3 gar nicht in den Stückzahlen verkaufen zu wollen, wie es möglich wäre. Zellmer zeigte sich mit dem Start des Elektro-Autos dagegen zufrieden. Man habe die E-Auto-Verkäufe zusammen mit dem Handel vergangenes Jahr „noch gut ins Ziel bekommen“. Insgesamt habe es mehr als 55.000 Bestellungen für den ID 3 gegeben. Rund 28.000 Fahrzeuge habe man bereits ausgeliefert. „Wahrscheinlich wäre noch etwas mehr gegangen, wenn es die Einschläge durch Corona nicht gegeben hätte.“

Im neuen Jahr will der Hersteller nun die Schlagzahl erhöhen. Auch mit dem SUV ID 4. Den Handel sieht Zellmer darauf „in Summe gut vorbereitet“, die Partner seien „sehr kompetent“. Letztlich seien aber die 6.000 bis 7.000 Mitarbeiter in den VW-Autohäusern hierzulande „auch ein Spiegel der Gesellschaft“, so Zellmer. Nicht alle wären sofort Feuer und Flamme für neue Antriebsformen.

„Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit unseren Partnern im Handel“, versicherte der Vertriebsvorstand. „Die guten Verkaufszahlen sprechen auch eine klare Sprache. Nichtsdestotrotz müssen und werden wir als Hersteller bei Einzelnen noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten – spätestens mit der nächsten großen Schulung rund um den ID 4“, kündigte Zellmer an.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«