Instagram-Umfrage: Kfz-Nachwuchs sieht Auto-Abos eher skeptisch

Hohe Preise schrecken ab

| Autor: Christoph Seyerlein

Auto-Abos sind ein Trendthema, die Zahl der Anbieter wächst.
Auto-Abos sind ein Trendthema, die Zahl der Anbieter wächst. (Bild: Cluno)

Die Zahl der Anbieter von Auto-Abonnements wächst. Volvo macht es, auch Porsche ist dabei. Neben den Herstellern haben inzwischen Dienstleister die Idee für sich entdeckt und den Handel als Zielgruppe auserkoren. Start-ups wie Faaren oder Vive la Car wollen Betrieben helfen, auf dem Hof stehendes Kapital in Bewegung zu bringen. Und auch mancher Händler selbst versucht sich bereits an Abomodellen, beispielsweise Auto Kölbl mit „All in one Cars“.

Gemeinsam setzen all jene Anbieter auf die Annahme, dass sich das Nutzungsverhalten rund um das Auto verändert. Studien besagen regelmäßig, dass ein eigenes Fahrzeug gerade bei jungen Menschen an Symbolkraft verliert. Statt ein Auto zu kaufen und zu besitzen, darf es in Zukunft gerne auch etwas flexibler sein, so die Vorstellung.

Kfz-Branchenexperte Stefan Jentzsch sagt: „Monatlich kalkulierbare Kosten in Kombination mit einer individuell variablen Mobilitätslösung ist für viele Menschen sicher eine tolle Option. Zu sagen, in den nächsten zwei Monaten benötige ich einen Kombi und die darauffolgenden vier Monate will ich SUV fahren, und das zu einem festen Tarif ist schon sexy.“

Blitzumfrage via Instagram

Doch wie bewertet eigentlich der Nachwuchs aus der Auto-Branche Abo-Modelle? Jener Frage ging »kfz-betrieb« in einer Blitz-Umfrage bei Instagram am 21. Juli nach. Dabei stimmten 1.187 Personen ab, die Mehrheit davon eher skeptisch. Auf die Frage: „Glaubt ihr, dass Auto-Abos eine große Zukunft haben?“ antworteten 61 Prozent mit „Wohl kaum“, nur 39 Prozent wählten die Option „Aber sicher“. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dabei vor allem junge Leute geäußert haben, ist groß: 85 Prozent der Nutzer, die »kfz-betrieb« bei Instagram folgen, sind 34 Jahre oder jünger.

Hauptkritikpunkt in den Reaktionen einzelner User auf die Umfrage war der Preis solcher Angebote. Mehrere Nutzer merkten an, die Idee grundsätzlich als interessant zu erachten, die teils deutlich höheren Kosten im Vergleich etwa zu klassischem Leasing schreckten sie aber ab.

Auch Stefan Jentzsch sieht bei den angebotenen Konzepten noch so manches Fragezeichen. „Ein Abo-Modell setzt die Verfügbarkeit von Fahrzeugen voraus. Wie das etwa im Kontext Lagerfahrzeuge aussieht, ist eine spannende Frage“, sagt er. Das Thema Preis hält er ebenfalls für zentral. „Kommt neben der Möglichkeit, die Fahrzeuge zu wechseln, noch die Sicherheit von keinerlei Kosten für Versicherung, Steuer, Werkstatt etc. hinzu, wird es echt spannend wie der Endverbraucher das annimmt.“

Generell gilt für Jentzsch: „Eine Art Flatrate ist in vielen Bereichen unseres Lebens Standard, warum nicht auch beim Auto?“ Das Thema sei „ein gutes Beispiel dafür, dass Hersteller und stationärer Handel zusammen das leisten müssen, was ein Teil der Kunden auch will.“

»kfz-betrieb« befragt via Instagram jeden Sonntag User zu aktuellen Branchenthemen. Auch ansonsten steht auf dem Kanal der Community-Charakter im Vordergrund. Und auch eine Portion Spaß ist dort erlaubt und erwünscht. Wer dabei sein und sich beteiligen will, sollte hier einmal vorbeischauen.

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