Interesse am Vergleich mit VW steigt weiter

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Diesel-Affäre nähert sich langsam ihrer juristischen Aufarbeitung. Knapp 90 Prozent der Berechtigten haben Interesse an einem Vergleich mit dem Autobauer signalisiert. Einige BGH-Entscheidungen stehen allerdings noch aus.

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(Bild: VW)

Das Interesse an einem schnellen Vergleich mit Volkswagen im Dieselskandal ist für viele Teilnehmer der Musterklage weiter groß. Bisher hätten sich 231.000 der mutmaßlich 262.000 berechtigten Kunden bei Volkswagen registriert. Das sind fast 90 Prozent. Knapp jeder fünfte Fall der Vergleichsinteressierten sei bereits überprüft, sagte ein VW-Sprecher am Sonntag. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.

Damit ist die Zahl der Interessenten in den letzten beiden Wochen nochmals deutlich gestiegen. Bis zum 26. März hatten sich knapp 200.000 Betroffene auf der speziellen Vergleichsplattform des Autobauers im Internet registriert. Insgesamt rund 328.500 betroffene Kunden hat der Automobilhersteller per Post kontaktiert und auf die Möglichkeit zum Vergleich hingewiesen, allerdings erfüllten rund 60.000 davon wahrscheinlich die Voraussetzungen für einen Vergleich nicht.

Die Überprüfung soll bis zum 20. April abgeschlossen sein. Erste Entschädigungen aus dem mühsam errungenen außergerichtlichen Vergleich zwischen VW und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) sollen vom 5. Mai an fließen. Je nach Modell und Alter des Dieselautos will Volkswagen zwischen 1.350 und 6.257 Euro zahlen. Die mögliche Gesamt-Entschädigungssumme wird mit 830 Millionen Euro beziffert.

Im September 2015 hatte Volkswagen nach Prüfungen von Behörden und Recherchen von Forschern in den USA Manipulationen an den Abgaswerten von Dieselautos zugegeben. Die Software bestimmter Motoren war so eingestellt, dass im tatsächlichen Betrieb auf der Straße deutlich mehr giftige Stickoxide (NOx) ausgestoßen wurden als in Tests.

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