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Internationaler Automarkt stabilisiert sich

Autor: Doris Pfaff

Während sich der Automarkt in China deutlich erholt hat und seit Beginn der Corona-Pandemie wieder Zuwächse verzeichnet, zählt die Automobilbranche in Westeuropa teilweise weiter starke Einbußen. Auch wenn sich der Automarkt international stabilisiert, zeigt eine Umfrage unter europäischen Autohändlern wenig Optimismus.

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Während sich der chinesische Automarkt deutlich erholt, verzeichnen die europäische Absatzmärkte noch Einbußen.
Während sich der chinesische Automarkt deutlich erholt, verzeichnen die europäische Absatzmärkte noch Einbußen.
(Bild: VW)

Während die USA und Japan das erste Halbjahr noch mit einem zweistelligen Minus abschlossen, hat sich der Pkw-Absatzmarkt weltweit nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie stabilisiert. China verbuchte sogar bereits den dritten Monat in Folge einen Zuwachs. Das teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit.

Konkret sank in Westeuropa die Zahl der Neuzulassungen im Juli um zwei Prozent auf knapp 1,2 Millionen Autos. Allerdings fielen die Bilanzen in den einzelnen Automärkten unterschiedlich aus. So stieg der Absatz in Großbritannien um 11 Prozent, in Frankreich um 4 Prozent und Spanien um einen Prozentpunkt.

In Deutschland dagegen sank er um 5 Prozent und in Italien um 11 Prozent. Von Januar bis Juli wurden auf dem westeuropäischen Markt insgesamt knapp 5,8 Millionen Neufahrzeuge verkauft, 35 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das Absatzvolumen auf dem US-Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) ging im Juli um 12 Prozent zurück, 1,2 Mio. Neufahrzeuge wurden dort insgesamt verkauft. Seit Jahresbeginn ist der Markt damit um 22 Prozent, auf knapp 7,7 Millionen. Fahrzeuge, geschrumpft. Im Light-Truck-Segment, auf das drei Viertel des Gesamtmarktes entfallen, reduzierte sich der Absatz um 17 Prozent. Das Pkw-Segment gab um mehr als 34 Prozent nach.

Wachstum in China

In China wuchs der Pkw-Markt den dritten Monat in Folge. Wachstum über einen solchen Zeitraum gab es in der Volksrepublik zuletzt im zweiten Quartal 2018. Mit 1,6 Mllionen Fahrzeugen lag der Absatz dort um knapp 9 Prozent höher als im Juli des Vorjahres. Im Jahresverlauf steht allerdings weiterhin ein deutliches Minus von 18 Prozent in der Bilanz (9,3 Mio. Pkw). Als Gründe für den Zuwachs auf dem chinesischen Automarkt nannte der VDA Nachholeffekte und staatliche Fördermaßnahmen.

Noch deutliche Einbrüche gebe es und Brasilien (- 37 %) und weiterhin leichte in Indien (- 4 %). Auch das Automobilgeschäft in Japan verzeichnete im Juli einen Rückgang von 13 Prozent und liegt mit knapp 2,2 Millionen abgesetzten Pkw nun 19 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

AECDR-Umfrage zeigt wenig Optmismus

Trotz der jüngsten Stabilisierung kann von Optimismus unter europäischen Autohändlern laut einer im Juli durchgeführten Umfrage der Alliance of European Car Dealer and Repairers (AECDR) allerdings nicht die Rede sein. Auf die Frage, wie Händler von Neufahrzeugen ihre Prognose für das dritte, also laufende Quartal, einschätzen, antwortete knapp die Hälfte, dass es deutliche Einbußen geben wird. 19 Prozent glauben, dass sie weniger als 60 Prozent ihres Vorjahresniveaus erreichen, 20 Prozent gehen davon aus, nur knapp 60 bis 70 Prozent und 24 Prozent der Befragten, nur 70 bis 80 Prozent ihres Vorjahresumsatzes zu erreichen.

Lediglich elf Prozent sind optimistisch, ihr Vorjahresniveau fast 90- bis 100-prozentig erreichen zu können. Fünf Prozent rechnen mit keinen Einbußen beziehungsweise gaben an, ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern zu können.

Im Gebrauchtwagenmarkt schätzen die Händler den Markt etwas positiver ein. 28 Prozent glauben, ihr Vorjahresniveau im dritten Quartal fast wieder erreichen zu können. Immerhin 15 Prozent glauben sogar, das Vorjahresergebnis noch steigern zu können.

Während sich der chinesische Automarkt deutlich erholt, verzeichnen die europäische Absatzmärkte noch Einbußen.
Während sich der chinesische Automarkt deutlich erholt, verzeichnen die europäische Absatzmärkte noch Einbußen.
(Bild: VW)

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik