Iran: Chevy muss draußen bleiben

Autor Christoph Seyerlein

Auch Autobauer erhoffen sich nach dem Ende der Sanktionen gegen den Iran gute Geschäfte im vorderasiatischen Land. Die dortige Politik ist aber nicht jedem Hersteller wohl gesonnen.

Firma zum Thema

Der iranische Automarkt wird von den einheimischen Herstellern Iran Khodro und Saipa dominiert.
Der iranische Automarkt wird von den einheimischen Herstellern Iran Khodro und Saipa dominiert.
(Foto: gemeinfrei)

Nach dem Ende der Sanktionen der Vereinigten Staaten und der EU gegen den Iran hatten Autohersteller das Land im Mittleren Osten als vielversprechenden Zukunftsmarkt auserkoren. Einige der Konzerne scheinen die Rechnung allerdings ohne die iranische Regierung gemacht zu haben: Diese wehrt sich gegen den Import von Autos einiger Marken – besonders Chevrolet mögen die persischen Politiker offenbar überhaupt nicht.

Auf seiner offiziellen Homepage wird eine Rede des politischen und religiösen Anführers des schiitischen Iran, Ajatollah Sejjed Ali Chamene'i, vor Hunderten Arbeitern in Teheran wie folgt zitiert: „Selbst die Amerikaner kaufen diese Autos nicht, weil sie zu schwer sind und zu viel Benzin verbrauchen.“ Im Anschluss gab es einen noch deutlicheren Seitenhieb in Richtung von Chevrolet: „Warum sollten wir Autos einer bankrotten amerikanischen Firma importieren? Das ergibt keinen Sinn.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ hat die Regierung des Iran Chevrolet bereits von der Liste erlaubter Importe gestrichen. Zudem soll eine Schiffsladung aus Süd-Korea mit 200 Autos der Marke auf den Weg in den Iran gestoppt worden sein.

Der Iran ist zwar nicht dafür bekannt, Autos zu exportieren, dennoch zählt die Auto-Industrie zu den stärksten Wirtschaftszweigen des Landes. Der größte Hersteller des Staates, Iran Khodro, baut Autos der Marke Samand, die auf Modellen von Peugeot, Renault, Dacia und Suzuki aufbauen. Insgesamt gibt es im Iran rund ein Dutzend Autobauer, Iran Khodro und Hauptrivale Saipa dominieren den Markt Berichten zufolge aber mit einem Anteil von 94 Prozent aller produzierten Fahrzeuge sehr deutlich.

(ID:44045240)