Jaguar F-Type Project 7: Projekt Fahrspaß

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Wer Komfort sucht, wird allerdings nicht zum Project 7 greifen. Darum schnell wieder den Sportmodus aktiviert und raus auf die kurvigen Landstraßen. Schon nach wenigen Metern wird uns klar: Wir sind auf der falschen Seite des Zauns. Denn während wir mit anständigem Landstraßentempo die sanften Hügel der Vulkaneifel erklimmen, liegt nur wenige Kilometer von uns das Mekka der Motorsportfans, der Nürburgring. Wie gerne würden wir den Jaguar über die Nordschleife jagen – wenngleich unsereins das wohl nicht mal ansatzweise in den 7 Minuten und 35 Sekunden schaffen würde, die der Project 7 ermöglicht. Damit ist er der schnellste bislang gebaute Jaguar.

Doch auch außerhalb der Rennstrecke kann der F-Type-Speedster beweisen, was in ihm steckt. Mit jeder Biegung wagen wir uns näher an den Grenzbereich heran, und der scheint jedes Mal ein Stückchen weiter zurück zu weichen. Während sich der um 45 Kilogramm gegenüber dem F-Type R Cabrio leichtere Sportler leichtfüßig und mit Verve in die Kurve wirft, krallen sich die Räder im Asphalt fest und lassen den Briten keinen Millimeter von der Ideallinie abweichen. Sind doch einmal kleine Korrekturen nötig, meistert sie die optimierte Lenkung bravourös und mit deutlich mehr Rückmeldung als bisher.

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Die gibt es übrigens auch vom Motor: Der auf 421 kW/575 PS gesteigerte Fünfliter-V8-Kompressor hat auch klanglich noch einmal zugelegt. Kernig schnurrend reagiert das direkt am Gas hängende Triebwerk auf Zehenspitzenbewegungen des rechten Fußes und vermag dank seiner nun 700 Newtonmeter Drehmoment (plus 20 Newtonmeter) und dem modifizierten Fahrwerk Kurven mit einem kecken Heckschwung zu verlassen. Auf der anschließenden Geraden entlocken hohe Drehzahlen dem Motor ein knatterndes Fauchen, das beim Verzögern in ein freches Frotzeln übergeht. Wem das zu viel ist, der kann auch im Dynamikmodus die vierflutige Abgasanlage etwas leiser drehen.

Der F-Type scheint zwar regelmäßig die Physik auszutricksen, aber auch er hat seine Grenzen. Dann hilft oft nur noch der beherzte Bremsschlag und die Karbon-Keramik-Stopper mit 398-Millimeter-Scheiben vorne laufen zu Hochtouren auf. Wenn es sein muss, bringen sie den 1.620 Kilogramm schweren Project 7 in Windeseile zum Stillstand. Das schafft übrigens auch der Tank: Wie schon bei den normalen F-Types fasst er nur 70 Liter. Die reichen bei einem versprochenen Normverbrauch von 10,9 Liter zwar für gut 640 Kilometer. In der Praxis wird man dem Tankwart aber deutlich öfter einen Besuch abstatten.

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