Jaguar F-Type: Zurück zu alten Tugenden

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Sie haben mal den Sportwagen des Jahrhunderts gebaut. Doch dann hat Jaguar irgendwie den roten Faden verloren. Mit dem neuen F-Type nehmen ihn die Briten jetzt endlich wieder auf.

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Jaguar bringt den F-Type zunächst als Roadster, ein Coupé soll folgen.
Jaguar bringt den F-Type zunächst als Roadster, ein Coupé soll folgen.
(Foto: Jaguar)

Er war der ungekrönte Schönheitskönig der IAA 2011 in Frankfurt – und jetzt feiert der Jaguar CX-16 in Paris sein Comeback als Serienmodell. Denn viel zu lange nach Ende des legendären E-Type besinnen sich die Briten endlich auf ihre Tradition als Sportwagenhersteller und fahren in einem knackig-kurzen Roadster mit Vollgas in die Zukunft.

„Auf dieses Auto mussten wir lange warten“, spricht Firmenchef Adrian Hallmark den Jaguar-Fans aus der Seele, wenn er das Tuch vom neuen Zweisitzer zieht, der als F-Type nicht nur im Alphabet die Nachfolge des E-Type antritt. Jetzt allerdings ist das Warten bald zu Ende.

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Denn schon im Frühjahr soll der heiße Brite zunächst als Roadster und vermutlich ein Jahr später auch als Coupé in den Handel kommen. Und das zu Preisen, die mit 73.400 Euro eine vergleichsweise bürgerliche Basis haben: „Mehr Spaß als mit einem Aston Martin V8 Vantage für deutlich weniger Geld“, umreißt Hallmark die Positionierung

Er wollte zwar ganz bestimmt kein Retro-Auto zeichnen, sagt Designchef Ian Callum, der deshalb nur in den Rückleuchten ein direktes Zitat aus dem alten E-Type übernommen hat. Aber genau wie der E-Type von 1961 sollte der F-Type ein reinrassiger Sportwagen werden, der schlank und ohne Schnörkel auf der Straße steht. „Das Blech so eng wie möglich um die Technik zerren“, war deshalb das Leitmotiv für Callum, der bei 4,47 Metern Länge nicht umsonst 30 Zentimeter zum großen Bruder XK gut gemacht hat.

So steht der F-Type tatsächlich schlank auf der Bühne und lockt mit den immer gleichen Reizen eines Sportwagens: einer endlos lange Haube, der Wespentaille und dem kurzen, knackigen Heck – das ist es, womit die Kundschaft bei Jaguar endlich wieder auf die Überholspur einbiegen möchte. Dass einem der F-Type dabei aus manchen Perspektiven verdächtig bekannt vorkommt, von vorn an den Maserati Gran Turismo und von der Seite an den BMW Z8 erinnert, muss man dabei schon in Kauf nehmen – schließlich gelten für alle Sportwagen die gleichen Schönheitsideale.

Türgriffe zum Ausklappen

Musste Designchef Callum bei den anderen Baureihen oft Kompromisse machen, konnte er bei einem derart prestigeträchtigen Projekt einen gewissen Eigensinn durchsetzen – selbst wenn die Entwickler darunter ordentlich gestöhnt haben: Wie bei der Konkurrenz stört der Heckspoiler das Bild deshalb nur, wenn er unbedingt gebraucht wird. Damit die schlichte Flanke nicht unterbrochen wird, hat der F-Type Türgriffe zum Ausklappen, und für die Hohlkehle unter der messerscharfen Tornado-Linie mussten die Engländer eigens ein neues Alu-Pressverfahren entwickeln, erzählt Projektleiter Ian Hoban voller Stolz.

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