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Jaguar Land Rover: Händlerverband ist offen für Kompromisse

| Autor: Julia Mauritz

Der Vorstand des Verbands appelliert in einer Botschaft an den Handel, keine unternehmerischen Risiken einzugehen und signalisiert Kompromissbereitschaft mit dem Importeur – zumindest vorübergehend.

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Die Jaguar-Land-Rover-Händler müssen Millionenbeträge in die neue CI investieren. Das verschärft ihre Situation.
Die Jaguar-Land-Rover-Händler müssen Millionenbeträge in die neue CI investieren. Das verschärft ihre Situation.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb“)

In einer schriftlichen Botschaft an den Handel hat der Vorstand des Verbands der deutschen Jaguar- und Land Rover-Vertragshändler (VDJL) bekanntgegeben, als Beitrag zur aktuellen Corona-Krise mindestens bis zum Herbst keine Mitgliedsbeiträge zu berechnen. Der Verband unterstrich zudem, dass er seine Aktivitäten auf die Bewältigung der aktuellen Situation fokussieren werde und in diesem Zuge auch bereit sei, temporäre Kompromisse mit dem Hersteller einzugehen. In den vergangenen Monaten waren die Fronten zwischen dem Kronberger Importeur und dem VDJL vor allem in puncto Preissystem verhärtet.

Zudem appelliert der Verband an den Handel, aktuell unternehmerisch keine Risiken einzugehen. So rät der VDJL seinen Mitgliedern, sehr vorsichtig mit Abnahmen aus dem bestehenden Großhandelslager umzugehen. Mit den Maßnahmen, die der Kronberger Importeur getroffen hat, um die Folgen des weitestgehenden Stillstands im Vertrieb abzufedern und die Liquidität zu sichern, zeigte sich VDJL-Vorstandsmitglied Rolf Weinert auf Nachfrage zufrieden.

Der Rat der VDJL-Vorstandsmitglieder an die Inhaber und Geschäftsführer der deutschen Jaguar- und Land-Rover-Partner: „Konzentrieren Sie sich auf Ihr mittlerweile stark eingeschränktes Tagesgeschäft, nutzen Sie die digitalen Möglichkeiten im Verkauf, seien Sie kreativ im Werkstattgeschäft, achten Sie auf die Kostenstruktur, und fungieren Sie als Motivator für Ihre Mitarbeiter.“ Als Hoffnungsschimmer wertet der Verband, dass sich in der Bankenkrise 2008 gezeigt habe, dass Premiummarken weniger krisenanfälliger seien als Volumenfabrikate.

Nach einem schwierigen Jahr 2019, in dem die Jaguar-Neuzulassungen in Deutschland um 8,4 Prozent auf gut 8.700 Neuzulassungen zurückgegangen waren, und Land Rover mit knapp 17.350 Einheiten 4,4 Prozent weniger Pkws neu auf die Straße gebracht hatte, war das Jahr 2020 zumindest für Jaguar gut gestartet. In den ersten beiden Monaten verzeichnete die britische Premiummarke ein Verkaufsplus von 31,1 Prozent und zählte damit zu den wenigen Gewinnern. Bei Land Rover hingegen gingen die Neuzulassungen im Januar und Februar mit einem Minus von 16,5 Prozent erneut zurück.

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 Julia Mauritz

Julia Mauritz

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