Jaguar XE: Audi, BMW und Co. im Visier

Autor: Wolfgang Michel

Neues Werk, neues Auto, neue Motoren – die Voraussetzungen für den jüngsten Jaguar-Spross, sich im Premiumwettbewerb zu behaupten, sind gut. Es gibt nur einen Haken.

Firmen zum Thema

Der Jaguar XE soll bei der etablierten Premium-Konkurrenz wildern.
Der Jaguar XE soll bei der etablierten Premium-Konkurrenz wildern.
(Foto: Michel)

Rechtzeitig zum 80. Geburtstag beglückt Jaguar sich und seine Händler mit einer neuen Limousine. Der sportliche XE soll vor allem A4-, 3er- und C-Klasse-Fahrer in die Jaguar-Autohäuser locken. „Mit dem Jaguar XE wollen wir neue Zielgruppen erschließen. Wir fordern vor allem Audi, BMW und Mercedes-Benz heraus“, sagt Goran Tamm anlässlich der Pressevorstellung des Fahrzeugs im Jaguar-Land-Rover-Testzentrum am Nürburgring.

Der Jaguar-Marketingdirektor prognostiziert eine Eroberungsquote von rund 90 Prozent. Diese Einschätzung ist durchaus realistisch, da sich XF- oder XJ-Kunden den XE wohl nur als Zweitwagen in die Garage stellen würden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 23 Bildern

„An dem Auto ist alles neu“

„Ausgestattet mit einer Dreijahresgarantie inklusive aller Servicekosten sowie Leasingkonditionen ab 259 Euro im Monat – der Jaguar XE ist im Premiumbereich eine echte Alternative“, ist Tamm überzeugt. Jaguar versteht den XE als Sportlimousine, „der neue Zeichen in der Premium-Mittelklasse setzen soll“. Die Argumente des Herstellers lauten: Leichtbaukonstruktion, stromlinienförmiges Design, luxuriöses Interieur und agiles Handling. Andreas Latt bringt es mit einfachen Worten auf den Punkt: „An dem Auto ist alles neu.“ Der Jaguar-Trainingsleiter fügt noch hinzu: „Die Rohkarosse wiegt nur 251 Kilogramm, der Cw-Wert beträgt 0,26 – beides sind Bestwerte im Automobilbau.“

Apropos Bestwert: Mit dem neuen 2,0-Liter-Turbodiesel (120 kW/163 PS) verbraucht der XE – zumindest auf dem Papier – 3,8 Liter auf 100 Kilometer, was 99 g/km CO2 entspricht. Das andere Ende des Leistungsspektrums markiert der Jaguar XE S (250 kW/340 PS). Die Topausführung erledigt den Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,1 Sekunden. Sparsamer Verbrauch ist hier eher Nebensache, XE S bedeutet vor allem Fahrspaß. Auf dem Datenblatt sind 8,1 Liter auf 100 Kilometer vermerkt – bekanntlich sollte man diese Angaben im Alltag aber nicht für bare Münze nehmen.

Apropos bare Münze: Der Jaguar XE läuft in einem neu errichteten Fertigungskomplex auf dem Areal des Land-Rover-Werkes Solihull vom Band. Laut eigener Angaben hat der Hersteller hierfür 1,9 Milliarden Euro investiert, was künftig 1.700 neue Arbeitsplätze sichern soll.

Diesel besonders gefragt

Sichern soll das neue Auto dem Importeur in Deutschland und seinen Händlern weiteres Wachstum. Die Chancen, im sechsten Jahr bei den Neuzulassungen zuzulegen, stehen mit dem neuen XE nicht schlecht. Auch wenn der Importeur keine Stückzahlen für 2015 benennen will, sagt er immerhin so viel: „Es sind ausreichend Fahrzeuge verfügbar.“ Jetzt bleibt für die Händler nur noch zu hoffen, dass diese Aussage vor allem für die am stärksten nachgefragten Dieselmodelle gilt.

Ob Diesel- oder Benzinmodell – ab 13. Juni wird sich zeigen, ob es der Marke gelingt, den starken Premiumwettbewerbern in Deutschland mit dem Jaguar XE Paroli zu bieten. Das Auto ist dazu in der Lage – ein Haken bleibt: Deutschland ist und bleibt der am härtesten umkämpfte Markt. Audi, BMW und Mercedes-Benz werden alles daransetzen, der neuen Raubkatze das Wildern in fremden Gebieten so schwer wie irgendwie möglich zu machen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie gut sich der Jaguar XE auf diesem anspruchsvollen Terrain behaupten kann.

(ID:43410118)

Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«