Autoscout 24 Jeder Dritte erwägt mittlerweile Kauf eines E-Autos

Redakteur: Lena Sattler

Eine Umfrage des Online-Marktplatzes Autoscout 24 hat ergeben, dass sich jeder dritte Nutzer in Deutschland vorstellen kann, ein Elektrofahrzeug anzuschaffen. Dabei haben die Deutschen vergleichsweise große Bedenken im Hinblick auf die E-Mobilität.

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54 Prozent der deutschen Befragten glauben, es sei beschwerlich, das E-Auto mit Energie zu versorgen, da es hierzulande nur wenige Ladestationen gebe.
54 Prozent der deutschen Befragten glauben, es sei beschwerlich, das E-Auto mit Energie zu versorgen, da es hierzulande nur wenige Ladestationen gebe.
(Bild: Mercedes-Benz)

Nach einer Erhebung der Fahrzeugbörse rücken E-Autos immer mehr in den Fokus der Deutschen. Laut einer aktuellen Pressemitteilung kann sich jeder Dritte hierzulande vorstellen, ein E-Auto zu kaufen – jeder Zweite liebäugelt demnach mit der Anschaffung eines Hybridmodells.

Insgesamt ziehen 14 Prozent den Kauf eines Stromers „definitiv“ in Erwägung, weitere 23 Prozent würden sich „vielleicht“ für einen rein Batteriegetriebenen entscheiden. 41 Prozent der Autokaufenden gaben an, dass sie definitiv kein E-Auto erwerben wollen, 23 Prozent wahrscheinlich nicht.

Im Hinblick auf Hybridfahrzeuge sieht es ausgewogener aus: 51 Prozent ziehen einen entsprechenden Kauf bei ihrer aktuellen Suche in Erwägung und für 49 Prozent kommt er nicht in Frage. Autoscout 24 hatte zuvor Nutzer aus Deutschland, Italien, Österreich, Belgien und den Niederlanden zur E-Mobilität befragt.

In den anderen Ländern sehen die Bewertungen ähnlich aus. 37 Prozent der Italiener und der Österreicher beziehen E-Autos in ihr Suchprofil mit ein, bei den Belgiern sind es 35 Prozent. Aufgeschlossener sind die Niederländer: Für 45 Prozent kommt der Kauf eines Stromers in Frage. Auch Hybridfahrzeuge sind dort beliebter als bei den Befragten in den anderen Ländern: 56 Prozent ziehen einen Kauf in Betracht im Vergleich zu 52 Prozent der italienischen, 47 Prozent der belgischen und 42 Prozent der österreichischen Nutzer.

Größte Bedenken: Kosten und Ladeinfrastruktur

Für Bedenken sorgt vor allem der Preis. So sind 62 Prozent der deutschen Befragten noch immer der Ansicht, es sei teurer ein E-Auto zu kaufen als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Ähnlich sehen das auch die Befragten aus Österreich (62 Prozent), Belgien (64 Prozent) und Italien (65 Prozent). In den Niederlanden teilen diese Sorge hingegen nur 47 Prozent der Nutzer.

Ein weiterer Punkt ist die Ladeinfrastruktur: 54 Prozent der Deutschen glauben, es sei beschwerlich, das E-Auto mit Energie zu versorgen, da es hierzulande nur wenige Ladestationen gebe. In Belgien schließen sich diesen Bedenken 47 Prozent der Befragten an, in Italien sind es 46 Prozent, in Österreich 44 Prozent und in den Niederlanden zeigen sich darüber 25 Prozent besorgt.

Was die Alltagstauglichkeit angeht, haben die deutschen Nutzer die größten Sorgen: 30 Prozent glauben, dass es im Alltag Probleme mit der Antriebstechnologie geben könnte. Auch Österreichern (28 Prozent) und Belgiern (21 Prozent) ist dieser Gedanke nicht fremd. In den Niederlanden und Italien hingegen sind es 15 Prozent.

Reichweite als wichtigstes Kriterium

In Bezug auf die Eigenschaften, die E-Autos aus Sicht der deutschen Konsumenten auf jeden Fall erfüllen sollten, steht für 67 Prozent der Befragten die Reichweite ganz oben. 51 Prozent finden es wichtig, die Batterie schnell aufladen zu können. Ebenfalls von Bedeutung für die E-Auto-Interessierten: Komfort (wichtig für 38 Prozent), Stauraum (34 Prozent) und hohe Effizienz (31 Prozent). Für ein knappes Drittel (30 Prozent) sind finanzielle Fördermaßnahmen für das in Frage stehende Auto relevant.

Mit Blick ins Ausland zeigt sich, dass die Reichweite zwar überall das wichtigste Kriterium ist, doch die Befragten setzen durchaus unterschiedliche Schwerpunkte. So ist in Italien der Preis von zentraler Bedeutung: 49 Prozent legen darauf Wert und 51 Prozent erwarten sogar, dass das Fahrzeug subventioniert wird.

Andernorts setzt man hingegen verstärkt auf ein komfortables Fahrzeug: 45 Prozent der belgischen und 43 Prozent der niederländischen Nutzer ist das wichtig. Hier spielt auch die Marke eine Rolle. So wünschen sich 23 Prozent der Befragten in den Niederlanden und 20 Prozent der Belgier ein Premium-Fabrikat. Zum Vergleich: Nur 9 Prozent der Deutschen ist das wichtig.

Viele Nutzer wollen mehr Informationen

Insgesamt haben rund zwei Drittel der Befragten das Gefühl, nicht ausreichend über die E-Mobilität informiert zu sein. So wünscht sich hierzulande jeder Dritte (33 Prozent) mehr Informationen zu den entstehenden Wartungskosten. Und fast ebenso vielen (30 Prozent) sind die Vor- und Nachteile eines E- und Hybridfahrzeugs nicht richtig klar.

In Italien wollen 37 Prozent Daten zu Wartungskosten und 33 Prozent wünschen Infos über Vor- und Nachteile von E-Autos. 61 Prozent der niederländischen Nutzer fühlen sich nicht ausreichend informiert und jeder Vierte (25 Prozent) wünscht sich Infos über Wartungskosten und die „Pros“ und „Cons“ von Stromern und Hybriden.

Autoscout 24 hatte vom 30. Juli bis zum 11. August 2021 5.566 Nutzer befragt. Sie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Allgemeine Website-Nutzer und Nutzer, die konkret die Anschaffung eines neuen Autos planen. Auf Deutschland entfielen 1.355 Nutzer, davon 978 mit konkreter Kaufabsicht.

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