Aftersales Jeder Siebte verschiebt Wartungsarbeiten

Autor: Andreas Grimm

Die Covid-Folgen gehen am Kfz-Gewerbe nicht spurlos vorüber: Service-Aufträge entfallen oder werden geschoben. Allerdings deutet eine Dekra-Umfrage auf eine nur vorübergehende Sparmaßnahme der Verbraucher hin.

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In den Werkstätten ist derzeit zwar Betrieb, aber die Kunden agieren zurückhaltend mit nicht notwendigen Aufträgen.
In den Werkstätten ist derzeit zwar Betrieb, aber die Kunden agieren zurückhaltend mit nicht notwendigen Aufträgen.
(Bild: Jan Rosenow)

Die Folgen der Covid-19-Pandemie treffen neben dem Neuwagengeschäft auch den Service. Wegen geringerer Fahrleistungen ist einerseits die Zahl der Unfälle im bisherigen Jahresverlauf laut dem Statistischen Bundesamt um etwa ein Sechstel rückläufig. Aber auch der Servicebedarf ist laut dem Branchenindex von »kfz-betrieb« rückläufig. Eine Umfrage im Auftrag der Dekra legt allerdings nahe, dass dahinter keine generelle Abkehr vom regelmäßigen Kfz-Service steckt.

Gemäß der Analyse der Angaben von 1.000 Autobesitzern durch das Ipsos-Institut überlegen etwa 15 Prozent der Autofahrer, fällige Wartungs- oder Reparaturarbeiten – auch kleinerer Art – wegen Covid-19 in die Zukunft zu verschieben. Die Arbeiten wären dann aber vor allem aufgeschoben, nicht aufgehoben: Kleinere Reparaturen selbst durchzuführen, anstatt in die Werkstatt zu fahren, ist nur für jeden Siebten (14 %) eine Option.

Fahrzeuge werden derzeit selterner genutzt

Dass der Wartungsbedarf sinkt, liegt dabei auf der Hand. 27 Prozent der Autobesitzer steigen laut der Umfrage aufgrund der Beschränkungen oder fehlender beruflicher oder privater Anlässe deutlich seltener oder zumindest weniger in ihr Fahrzeug. Allerdings macht die Pandemie den Werkstätten auch durch die wirtschaftliche Unsicherheit zu schaffen: Knapp jeder fünfte Befragte plant, generell die Ausgaben für das Fahrzeug deutlich zu reduzieren.

Und noch eine weitere Aussage der Befragten sollten die Werkstätten nicht gänzlich ignorieren: Jeder Zehnte möchte derzeit einfach nicht, dass eine fremde Person am und im Fahrzeug arbeitet und es wartet/repariert.

Hinsichtlich der allgemeinen Verkehrssicherheit sind das aus Sicht der Dekra gute Ergebnisse. „Es ist richtig, dass die überwiegende Mehrheit der Autofahrer trotz Corona keine Abstriche zu machen bereit ist“, kommentierte Jann Fehlauer, Geschäftsführer der Dekra Automobil GmbH, die Zahlen. Hinsichtlich der eigenen Sicherheit wie anderer Verkehrsteilnehmer seien keine Kompromisse denkbar. Die turnusgemäße Wartung von Fahrzeugen bleibe ein wichtiger Faktor für die Sicherheit.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«