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Jeder zwölfte Mercedes-Musterkläger fährt VW

| Autor: Christoph Baeuchle

Bei Musterklagen fehlt es Verbrauchern noch an Erfahrung. Das zeigt die Klage gegen die Mercedes-Benz-Bank. Viele trugen sich doppelt ein, jeder zwölfte fährt keinen Mercedes, sondern VW. Am ersten Verhandlungstag zweifeln die Richter am Erfolg der Klage.

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Viele Verbraucher, die sich der Musterklage gegen die Mercedes-Benz-Bank angeschlossen haben, wollten nur ihrem Unmut Luft machen.
Viele Verbraucher, die sich der Musterklage gegen die Mercedes-Benz-Bank angeschlossen haben, wollten nur ihrem Unmut Luft machen.
(Bild: Daimler)

Mit Spannung war die Musterklage gegen die Mercedes-Benz-Bank erwartet worden. Nun steht sie wohl eher auf wackeligen Beinen. Mehr als 600 Autobesitzer hatten sich der Klage gegen Kreditverträge der Mercedes-Benz-Bank angeschlossen, nun sind nur noch 140 übrig. Dies berichtete die „Stuttgarter Zeitung“ nach dem ersten mündlichen Verhandlungstag.

Demnach musste das Oberlandesgericht Stuttgart die meisten aussortieren. Allein 50 der Musterkläger fahren gar keinen Mercedes, sondern einen Volkswagen. Zahlreiche Autobesitzer hätten sich gleich doppelt eingetragen, bei vielen weiteren sei unklar, ob sie überhaupt einen Kreditvertrag mit der Mercedes-Benz-Bank haben.

Viele wollten ihrem Unmut Luft machen und schrieben, dass der Dieselskandal eine Sauerei sei und sie sich dieser Meinung anschließen, erläuterte der Vorsitzende Richter Oliver Mosthaf laut „Stuttgarter Zeitung“.

Die für eine Musterklage vorausgesetzte Mindestzahl von 50 Verbrauchern ist zwar erreicht. Dennoch sieht das Gericht die Klage skeptisch. Laut „Stuttgarter Zeitung“ gaben die Richter in der mündlichen Verhandlung der Klage nur wenig Chancen und zweifelten an deren Begründung.

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