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Jetzt offiziell: Daimler und BMW kooperieren beim Carsharing

| Autor: Andreas Wehner

Die beiden Autobauer legen wie erwartet ihre Carsharing- und Mobilitätsangebote zusammen. Der Zusammenschluss ist eine Kampfansage an Konkurrenten wie Uber.

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(Foto: Drive Now)

BMW und Daimler legen wie erwartet ihre Carsharing- und Mobilitätsangebote zusammen. Wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten, soll ein Gemeinschaftsunternehmen entstehen, an dem BMW und Daimler jeweils 50 Prozent halten wollen. Dazu haben die beiden Konzerne jetzt eine Vereinbarung unterzeichnet. Der Zusammenschluss steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden.

Ziel sei, ein „ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten“ anzubieten, heißt es in der Mitteilung. „Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. „Im Wettstreit um die besten Premium-Fahrzeuge bleiben wir Wettbewerber. Mit der geplanten Zusammenlegung unserer Mobilitätsdienste setzen wir ein Zeichen in Richtung neue Wettbewerber und bündeln unsere Kräfte“, sagte BMW-Chef Harald Krüger.

Mit ihrem Engagement in Sachen Carsharing und Mobilitätsdienste haben die Autobauer bereits früher klar gemacht, dass sie den von außerhalb der Autowelt kommenden Konkurrenten etwas entgegen setzen wollen. Allerdings ist bei Mobilitätsdiensten die Größe ein entscheidendes Kriterium, um in diesem umkämpften Markt zu bestehen. Die Kooperation der beiden Autobauer schafft nun ein Schwergewicht, das es mit Konkurrenten wie Uber aufnehmen kann.

Schnelles Wachstum angepeilt

Mit der Fusion soll schnelleres Wachstum möglich sein, denn ein Ausbau der Aktivitäten ist geplant. Zudem sparen die beiden Autobauer Kosten. Zuvor hatten sowohl Daimler als auch BMW ihre bislang mit den Partnern Sixt und Europcar betriebenen Carsharing-Dienste komplett übernommen.

Folgende Unternehmen und Dienste sollen im neuen Gemeinschaftsunternehmen aufgehen:

  • Carsharing: Car-2-Go und Drive Now
  • Multimodale Mobilität und On-Demand-Mobilität: Moovel und Reach Now
  • Ride-Hailing und Taxi: Mytaxi, Cahuffeur Privé, Clever Taxi und Beat
  • Parken: Park Now und Parkmobile
  • E-Autos laden: Charge Now und Digital Charging Solutions

Bei beiden Konzernen dürfte sich die Fusion auch auf die Bilanz auswirken, sollten die Wettbewerbsbehörden den Zusammenschluss bereits in diesem Jahr genehmigen. So rechnet BMW aufgrund eines einmaligen Bewertungs- und Ergebniseffekts mit einem „leichten Anstieg“ beim Vorsteuerergebnis. Bislang war der Autobauer von einem Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. Daimler erwartet in seiner Finanzsparte ein Ebit „deutlich über dem des Vorjahres“ und für den Gesamtkonzern „leicht über dem des Vorjahres“.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«