Jürgens übernimmt Bald: Großfusion im Mercedes-Netz

Mitarbeiter und Führungskräfte bleiben an Bord

| Autor: Andreas Grimm

Die Jürgens-Gruppe mit Sitz in Hagen steigt bei der benachbarten Bald AG ein.
Die Jürgens-Gruppe mit Sitz in Hagen steigt bei der benachbarten Bald AG ein. (Bild: Jürgens)

Die Jürgens-Gruppe mit Sitz in Hagen hat die konkurrierende Bald AG aus Siegen gekauft. Mit dem Schritt, der ab März wirksam wird, wollen die beiden Mercedes-Händler mehr Schlagkraft entwickeln, um die anstehenden Veränderungen im Vertrieb der Premiummarke zu schultern. Die Mercedes-Partner müssen derzeit in die CI der Standorte investieren sowie die zunehmende Digitalisierung des Automobilhandels schultern.

Dem Deal vorangegangen war eine monatelange Analyse der Marktgegebenheiten und der strategischen Ausrichtung der beiden Gruppen. Dadurch seien „die Vorteile einer engen Kooperation beider Firmen deutlich zutage getreten“, heißt es in einer Mitteilung der Jürgens-Gruppe. Konkret wird die Jürgens GmbH nun die Bald Holding GmbH zu 100 Prozent übernehmen. Diese wiederum ist die Muttergesellschaft der Bald AG, die das operative Handels- und Servicegeschäft betreibt.

Ein Auslöser für das Zusammengehen der beiden Mercedes-Händler ist natürlich die Konzentrationswelle im Automobilhandel. Dazu kommt speziell im Mercedes-Netz die Umwälzung durch den Verkauf vieler Mercedes-Niederlassungen. Dadurch haben sich viele Konkurrenten im Umfeld von Bald und Jürgens vergrößert, nur die beiden Unternehmen konnten nicht durch sinnvolle Zukäufe aus dem Niederlassungspool wachsen. „Durch die Fusion kommen wir jetzt wieder in eine Größenordnung, mit der wir mit den Konkurrenten mithalten können“, berichtet Frank Döhring, Geschäftsführer der Jürgens-Gruppe, im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Die neue Handelsgruppe kommt aus dem Stand auf einen Umsatz von gut 500 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr verkauften Jürgens und Bald – beide Namen bleiben übrigens im Markt erhalten – 11.700 Neu- und Gebrauchtwagen und beschäftigten 1.100 Mitarbeiter. Entlassungen werde es keine geben, sagte Döring. „Ich bin froh um jede Fachkraft, die ich habe.“

Gleiches gelte für die Führungskräfte, die weiterhin im Amt bleiben. Die bisherigen Vorstände der Bald AG, Harald Gayk und Mentor Hajdari, die den kleineren der beiden Mercedes-Partner in den vergangenen Jahren nach einigen Eigentümerwechseln wieder auf Kurs gebracht hatten, werden ihre operativen Aufgaben behalten. Zudem wird Frank Döhring zusätzlich zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer der Jürgens-Gruppe in den Vorstand der Bald AG eintreten und als Sprecher fungieren.

Parallele Geschichte, gemeinsame Zukunft

Beide Unternehmen haben einige Gemeinsamkeiten. Sie sind seit vielen Jahren Mercedes-Partner – Bald seit dem Jahr 1911, Jürgens seit dem Jahr 1927. Sie sind über die Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen, so dass ihre Marktgebiete im Sauerland aneinandergrenzen. Durch die Übernahme betreut der Mercedes- und Smart-Händler künftig ein großes Marktgebiet mit zwölf Standorten zwischen dem Südrand des Ruhrgebiets (Hagen) über Siegen bis kurz vor Gießen. Die Standorte sollen alle erhalten werden. Dazu betreibt Jürgens noch fünf Standorte in Brandenburg. Sie bleiben ungeachtet des Wachstums in Westdeutschland in der Gruppe, stellte Döhring klar.

Für die nächsten Monate haben sich die Führungskräfte eine Bestandsaufnahme der Kompetenzen im vereinigten Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen voneinander lernen, wer was richtig gut macht“, berichtet Döhring. Bald etwa hat sich ein Standbein im Ersatzteilvertrieb geschaffen, die Jürgens-Gruppe war vor Jahren bereits wegweisend im Bereich günstiger Reparaturen mit dem „Jürgens Economy Service“ (JES). Dazu kommt die auf alle Standorte abgestimmte Umsetzung der Herstellerprogramme wie Rex Base oder Rex Growth, mit denen Daimler die Händler dabei unterstützt, den Wandel im Automobilvertrieb umzusetzen.

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