Junge Gebrauchte können den Markt nicht beleben

Autor: Andreas Grimm

Im September hatten die Zulassungsstellen bundesweit ruhige Wochen. Nicht nur, dass die Zahl der Neuzulassungen einbrach, auch bei den Gebrauchten gab es weniger Halterwechsel als im Vorjahresmonat.

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(Bild: Mauritz / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen ist im vergangenen Monat nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) um 2,0 Prozent gesunken. Das ist die schlechteste Entwicklung seit dem Mai 2018. Damit setzt sich die insgesamt rückläufige Tendenz fort: Seit Jahresanfang sank die Zahl der Pkw-Umschreibungen um 1,5 Prozent auf 5,47 Millionen Halterwechsel. Allerdings differenziert die Statistik nicht, wie sich der Absatz im Handel beziehungsweise die Privatverkäufe entwickelt haben.

Damit hat der erwartungsgemäß starke Rückgang der Neuzulassungen im September keine Gegenreaktion auf dem Gebrauchtwagenmarkt ausgelöst. Obwohl durch die WLTP-Umstellung in den Vormonaten große Bestände an jungen Gebrauchten aufgebaut wurden, sprich ein wachsendes Angebot entstand, kam die Gebrauchtwagen-Nachfrage generell nicht in Gang. Auch die Tatsache, dass ebenfalls wegen der WLTP-Umstellung viele Modelle derzeit gar nicht lieferbar sind, hat scheinbar kein signifikantes Ausweichen auf Gebrauchtwagen ausgelöst.

Gleichzeitig traf der Rückgang der Gebrauchtfahrzeug-Nachfrage im September auch den Nutzfahrzeug-Sektor, der im Jahresverlauf bislang zugelegt hatte. Die Zahl der Lkw-Umschreibungen sank dabei um 2,5 Prozent auf 28.136 Einheiten. Noch stärker ist das Minus bei den Zugmaschinen ausgefallen. In dieser Klasse wechselten 5,5 Prozent weniger Fahrzeuge den Halter (noch 8.805 Einheiten). In beiden Fahrzeugklassen ist die Nachfrage im Gesamtjahr allerdings weiterhin im Plus.

Ebenfalls aufwärts ging es für die Omnibusse. Hier verbuchten die Zulassungsämter im September ein Plus von 4,3 Prozent – das waren allerdings auch nur 537 Einheiten. Wesentlich höhere Stückzahlen fallen bei den Krafträdern an. Hier kletterten die Besitzumschreibungen um 5,1 Prozent auf 37.052 Fälle.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«