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Källenius krempelt Daimler komplett um

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Erst vergangene Woche hatte der Konzern erste Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Mit rund 6,6 Milliarden Euro Gewinn aus dem operativen Geschäft schnitt Daimler deutlich besser ab als wegen der Coronakrise erwartet. Die in der zweiten Jahreshälfte positive Entwicklung ging allerdings vor allem auf ein starkes Abschneiden im Autogeschäft zurück. Die Trucks blieben unter den Erwartungen – mit der Kaufzurückhaltung von Spediteuren in der Corona-Krise war die gesamte Lkw-Branche in ein tiefes Loch gefallen.

„Wir haben klare Strategien, um unsere finanzielle Performance zu steigern und unsere Marschroute schneller umzusetzen“, versprach Truck-Chef Martin Daum. Man werde die Schlagkraft der Marken und sowie die Skaleneffekte und die Technologie-Kompetenz im

Das Sparen soll weitergehen

Källenius kündigte an, dass die Sparbemühungen auch in den kommenden Jahren weitergehen sollen. „Wir glauben an die finanzielle und operative Stärke unserer beiden industriellen Geschäftsfelder“, sagte er. „Und wir sind überzeugt: Mit einem unabhängigen Management und mit unabhängiger Governance-Struktur werden beide Einheiten künftig noch schneller agieren, ehrgeiziger investieren sowie Wachstum und Kooperationen gezielter vorantreiben können – das alles macht sie deutlich stärker und wettbewerbsfähiger.“

Für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist der Schritt nur folgerichtig. „Es passt in die Zeit“, sagte er und verwies auf ähnliche Tendenzen in anderen großen Autokonzernen. Die Geschäfte der verschiedenen Sparten hätten wenig miteinander zu tun, zudem habe man erkannt, dass es besser sei, sich auf das Kerngeschäft zu besinnen und nicht nach dem allumfassenden Mobilitätskonzern zu streben.

Tatsächlich hatte auch Daimler zuletzt einige kostspielige Projekte etwa beim autonomen Fahren auf Eis gelegt oder sich mit Partnern zusammengetan – nicht zuletzt auch wegen des enormen Kostendrucks und der Sparvorgaben, mit denen Källenius den Wandel stemmen will. Im Zuge des „Projekts Fokus“ werden die Dienstleistungen nun ihre Eigenständigkeit verlieren und direkt entweder an das Auto- oder das Lastwagengeschäft angebunden.

Aufsichtsrat hält unabhängige Unternehmen für stärker

„Mercedes-Benz und Daimler Truck gehen mit enormer Stärke in diese Transformation“, sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff, der seinen Posten im Frühjahr an Bernd Pischetsrieder abgeben wird. „Wir sind überzeugt, dass sie als unabhängige Unternehmen noch stärker sein werden und ihre jeweiligen Kunden noch besser bedienen können.“

Das letzte Wort haben wie üblich die Aktionäre. Sie sollen ihr Placet bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im dritten Quartal dieses Jahres geben. Ziel der Pläne der Stuttgarter ist auch, für den Aktienmarkt mehr Transparenz zu schaffen und für Investoren attraktiver zu werden. In beiden künftigen Teilen rechne das Management mit einer Erholung der Marktbewertung, sagte Finanzchef Harald Wilhelm.

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