PSA-Personalien: Führungstrio stolpert über Sixt-Aktion

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

PSA Deutschland trennt sich von Peugeot-Chef Benno Gaessler sowie Holger Böhme und Olivier Ferry. Einen Zusammenhang mit der umstrittenen Leasingaktion bestätigt der Importeur nicht, scheinbar lief das Angebot aber aus dem Ruder.

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(Foto: Baeuchle)

Die PSA-Gruppe hat in Deutschland ihre halbe Führungsmannschaft entlassen. Mit sofortiger Wirkung werde die Zusammenarbeit mit Benno Gaessler (Geschäftsführer der Peugeot Deutschland), Holger Böhme (Direktor B2B und Gebrauchtwagen) und Olivier Ferry (Direktor Free-2-Move Lease) beendet, teilte der Importeur mit. Generaldirektor Albéric Chopelin werde kommissarisch die Verantwortung übernehmen.

Was zu der Trennung geführt hat, will PSA nicht weiter ausführen. Doch der Zusammenhang mit der gemeinsame Aktion von Peugeot Deutschland, Sixt Leasing und dem Mobilfunkanbieter 1&1 scheint offensichtlich. Ende Februar hatten die drei Unternehmen die gemeinsame Kampagne gestartet: Einen Peugeot 208 verleaste Sixt im günstigsten Fall für 99 Euro pro Monat, inklusive Überführung, Versicherung, Steuern, Service und Anmeldung – ohne eine sonst beim Leasing oft übliche zusätzliche Anzahlung. Dazu gab es einen Handyvertrag von 1&1.

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Die ursprünglich bis Ende Juni geplante Aktion wurde Mitte April kurzfristig eingestellt. Aufgrund des Erfolgs. Obergrenzen hatten die beteiligten Unternehmen nach Informationen von »kfz-betrieb« in den Verträgen nicht festgeschrieben. Angeblich hatte man mit einer dreistelligen Absatzzahl gerechnet, dann wurde sie allerdings fast fünfstellig: Aus Händlerkreisen ist zu hören, dass deutlich mehr als 8.000 Fahrzeuge vermittelt wurden.

„Die Fahrzeuge wurden sehr professionell verschenkt“, merkt ein Peugeot-Händler spitz an. Für eine solche Aktion müssten die Vorbereitungen über Monate gelaufen sein. Dies könnte ein Grund sein, warum sich der Importeur auch von Olivier Ferry getrennt hat, der bis Oktober das Gebrauchtwagengeschäft verantwortet hatte.

„Bei jedem Auto kräftig Geld verbrannt“

Als Ergebnis der Leasing-Aktion gehen die Neuzulassungszahlen der Löwenmarken in den nächsten Monaten – voraussichtlich – kräftig nach oben, doch mit dem Gewinn dürfte es anders aussehen. „Bei jedem Auto hat Peugeot kräftig Geld verbrannt“, betont ein Händler, der nicht genannt werden will. „Nicht nur einmal, sondern zweimal.“ Denn auch die Rücknahme dürfte wohl für die Franzosen nicht ganz einfach sein.

Damit nicht genug. Die große Nachfrage des Sixt-Angebots hat dazu geführt, dass die 208-Produktion nun ausverkauft ist. Die Folge: Dem Handel sind in einem wichtigen Segment die Hände in puncto Absatz und Umsatz gebunden. „Damit kommen auf den Importeur auch noch Opportunitätskosten hinzu“, sagt der Händler. Schließlich entstehen durch die entgangenen Gewinne weitere Kosten.

Weitere Statements und Hintergründe zur Entwicklung bei Peugeot Deutschland lesen Sie in Ausgabe 17/18 von »kfz-betrieb«, die am 5. Mai erscheint.

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