ASA-Verband Kalibrieren: Trotz Corona klappt's

Von Steffen Dominsky

So manches ist aktuell aus den gewohnten Bahnen geraten. Nicht so das regelmäßige Überprüfen von AU-Geräten, Bremsprüfständen und Scheinwerfereinstellplätzen.

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Das Kalibrieren, unter anderem von AU-Geräten, hat laut ASA-Verband auch im vergangenen Jahr nahezu problemlos funktioniert.
Das Kalibrieren, unter anderem von AU-Geräten, hat laut ASA-Verband auch im vergangenen Jahr nahezu problemlos funktioniert.
(Bild: Dominsky/»kfz-betrieb«)

Etliches ist im Laufe der aktuellen Pandemie ins Stocken geraten. Dazu zählt nicht nur die Produktion von Gütern, sondern auch Service- und Dienstleistungen. „Nicht so im Fall Kalibrierungen von Werkstattausrüstung, die im Rahmen von Hauptuntersuchungen (HU) und anderen Fahrzeugprüfungen zum Einsatz kommen“, lautet das aktuelle Resüme, das jetzt der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen (ASA) verkündet hat. Der erhebt monatliche Zahlen dazu und hatte die offiziellen Kalibrierzahlen für 2021 Ende Januar der Arbeitsgruppe „Akkreditierung“ des Bund-Länder-Fachausschusses Technik (BLFA-TK) präsentiert.

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„2021 haben die elf von uns erfassten Kalibrierlabore knapp 94.000 AU-Komponenten kalibriert“, erklärte Harald Hahn, Leiter des ASA-Fachbereichs Diagnose und Abgasmessgeräte. Dabei sei der Zuwachs von rund 4.700 Kalibrierungen gegenüber dem Vorjahr auf Neugeräte und Doppelkalibrierungen nach Reparaturen zurückzuführen. Auch die Kalibrierzahlen für Bremsprüfstände (BPS) und Scheinwerfereinstell-Prüfsysteme (SEPS) liegen mit 28.000 (BPS/ 2020: 30.000) und 24.000 (SEPS/ 2020: 27.000) auf dem Niveau des Vorjahres (Anmerkung: AU-Geräte müssen jährlich, BPS und SEPS alle zwei Jahre kalibriert werden).

Kalibrierung etabliert und akzeptiert

Hahns positive Bewertung des deutschen Kalibriersystems spiegelt sich auch in der Einschätzung der Kalibrierlabore wider. Diese bewerten die allgemeine Situation des Kalibrierens als „sehr gut und etabliert“, so der Verband. Probleme in der Praxis gab es bei der Kalibrierung nach Angaben der Labore nur vereinzelt, etwa beim Zugang zu Schulungen oder erforderlichen Passwörtern zur Justage, bei denen die Gerätehersteller manchmal mauern. „Die Pandemie hatte keinerlei Auswirkungen auf die Anzahl der Kalibrierungen. Das System ist mittlerweile etabliert und das vom ASA-Verband initiierte Bevollmächtigten-Prinzip akzeptiert“, stellte Hahn fest. Das zeige sich auch an der hohen Meldedisziplin aller Kalibrierlabore.

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Bevollmächtigten-Prinzip
Was ist das?

Beim Bevollmächtigten-Prinzip qualifiziert ein akkreditiertes Kalibrierlabor beispielsweise Mitarbeiter des Teilegroßhandels oder der Gerätehersteller in Sachen Gerätekalibrierung. Diese führen dann in Werkstätten vor Ort im Namen, unter administrativer Aufsicht und Befugnis des Kalibrierlabors selbst Geräte-Kalibrierungen durch. Diese Kalibrierungen werden vom Verordnungsgeber so anerkannt, als hätte ein Kalibrierlabor sie selbst durchgeführt. Den Kalibrierschein selbst stellt das jeweilige Kalibrierlabor aus.

Aufklärungsbedarf besteht laut ASA-Verband allerdings bei einigen Laboren noch hinsichtlich des Entfalls der Eichung für AU-Geräte. Diese mussten bis Ende 2020 kalibriert und geeicht sein. Wie die konkrete Eichpflicht-Abschaffung in Verkehrsrecht überführt wird, insbesondere im Hinblick auf die Versiegelung der AU-Komponenten, sorge in der Praxis noch vereinzelt für Verunsicherung.

Die im ASA-Verband organisierten Kalibrierdienstleister führten 2021 circa 83 Prozent aller Kalibrierungen an AU-Geräten, circa 80 Prozent an Bremsprüfständen und circa 23 Prozent an Scheinwerfereinstellsystemen durch. Mit Blick auf den 1. Januar 2023 merkte Harald Hahn an, dass auch die neuen Partikelzähler kalibriert werden müssen. Das Kalibrierverfahren wurde im Verkehrsblatt 11/2021 Nr. 133 veröffentlicht. Derzeit laufen die Erweiterungen der Akkreditierung zusammen mit der DAkks.

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