Karosserieinstandsetzung: Folge dem Lastpfad

Bei einem Unfall leiten Bauteile aus unterschiedlich harten Stählen oder Aluminium die Verformungsenergie entlang der vom Hersteller konzipierten Lastpfade bis tief in die Karosserie hinein. Nur Karosseriemesssysteme zeigen den gesamten Schaden.

| Autor: Holger Schweitzer, Ottmar Holz

Einer der Auszubildenden während des Celette-Trainings beim Abgreifen der Vermessungspunkte.
Einer der Auszubildenden während des Celette-Trainings beim Abgreifen der Vermessungspunkte. (Bild: Schweitzer/»kfz-betrieb«)

In der Dialogannahme steht ein Golf VI mit klassischem Frontrempler: Stoßfänger kaputt, rechter Kotflügel auch etwas in Mitleidenschaft gezogen, und der rechte Scheinwerfer ist zu ersetzen. Bisher war das ein klarer Fall: Die beschädigten Bauteile sind mit bloßem Auge zu erkennen, der Schaden schnell kalkuliert und die Reparatur ebenso schnell in die Wege geleitet.

Trotz oder wegen eines vermutlich kleinen Schadenbilds würden wohl viele Werkstätten auf eine Eingangsvermessung verzichten. Die Annahme: „Kleine“ Rempler verursachen keinen Strukturschaden. Man könnte sich also auf die Reparatur der Außenhaut konzentrieren und beispielsweise nur den Scheinwerfer ersetzen – den vermeintlich unnötigen Aufwand für die Eingangsvermessung spart man sich. Gerade bei kleineren Unfallschäden verzichten wohl auch deshalb viele Betriebe vermehrt darauf, Karosserien vor der Schadenkalkulation zu vermessen.

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