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Karpinski wertet Tempo-130-Vorstoß als Sommerloch-Irrfahrt

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Der neuerliche Vorstoß der Grünen für eine Tempo-130-Höchstgrenze sorgt im Kfz-Gewerbe für Kopfschütteln. Sowohl die Unfallzahlen als auch die Klimafrage werde sich mit der Beschränkung nicht lösen lassen, heißt es vom ZDK.

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ZDK-Präsident Jürgen Karpinksi sieht die Grünen mit dem Tempolimit-Vorstoß "mit Vollgas ins Sommerloch" brettern.
ZDK-Präsident Jürgen Karpinksi sieht die Grünen mit dem Tempolimit-Vorstoß "mit Vollgas ins Sommerloch" brettern.
(Bild: Zietz)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht in der Ankündigung der Grünen, im Falle einer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene Tempo 130 auf Autobahnen durchzusetzen, eine völlig falsche Prioritätenwahl. „Scheinbar gibt es aus Sicht von Herrn Habeck keine dringenderen Probleme in Deutschland zu lösen, als ein Tempolimit auf Autobahnen einzuführen“, kommentierte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski die Aussagen des Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstag laut einer Mitteilung.

Die Faktenlage spricht aus Sicht von Karpinski gegen die angekündigte Maßnahme. So werde auf den deutschen Autobahnen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von unter 130 km/h gefahren. Nehme man alle Überlandstraßen in Deutschland zusammen, gelte dort nur noch auf drei Prozent der Strecken freie Fahrt. Im Übrigen seien die Autobahnen die sichersten Straßen in Deutschland, das zeigten unter anderem die geringen Unfallzahlen. Eine Auswertung der Unfallstatistik 2019 hatte eben erst ergeben, dass auf den Autobahnen trotz der vielen gefahrenen Kilometer nur 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 11,7 Prozent aller Getöteten gezählt wurden.

Einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz werde ein Tempolimit ebenfalls nicht leisten, erwartet der ZDK-Präsident. Stattdessen sei es sinnvoller, den bereits eingeschlagenen Weg der Automobilindustrie für mehr Forschung und Entwicklung in umweltfreundliche Technologien konsequent weiter zu verfolgen. „Herr Habeck brettert mit Vollgas ins Sommerloch und wird im Rückspiegel nicht viele finden, die ihm folgen“, sagte der ZDK-Präsident. Die Autofahrer als ein Volk von Rasern abzustempeln, wie es immer wieder gern geschehe, werde durch die Faktenlage entkräftet.

Die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h reiche völlig aus. Zielführender als Reglementierungen und Verbote sei etwa eine dynamische und verkehrsabhängige Steuerung des Verkehrsflusses. Nicht zuletzt sei das Thema „Tempolimit auf Autobahnen“ von politischer Seite deutlich ablehnend beantwortet worden. Denn sowohl der Bundestag (17. Oktober 2019) als auch der Bundesrat (14. Februar 2020) hatten sich mit klaren Mehrheiten gegen ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen ausgesprochen, erinnert der ZDK.

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