Kassensysteme aufrüsten

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Die Bonpflicht sorgt für viel Ärger. Doch es ist nicht die einzige Änderung bei Registrierkassen. Die Kassen müssen auch mit zertifizierter technischer Sicherheitseinrichtung ausgestattet werden. Ist dies nicht der Fall, kann bald Ärger drohen.

Seit Anfang 2020 gelten neue Vorgaben bei der Kassenführung.
Seit Anfang 2020 gelten neue Vorgaben bei der Kassenführung.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, hat erste Kassensysteme bezüglich ihrer technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) zertifiziert. „Autohäuser und Werkstätten können nun mit einer Aufrüstung ihrer Kassen mit den TSE beginnen“, erläutert Stefan Laing, Referent beim Zentralverband Deutsches Handwerk (ZDH). Eine neue Publikation soll dabei helfen. In ihr fasst der ZDH wichtige Informationen zur Um- und Aufrüstung von Kassen sowie zur seit Anfang 2020 geltenden Belegausgabepflicht zusammen. Interessierte finden diese Übersicht im Netz (zdh.de >> Stichwort: „Handreichung Kassenführung“).

Das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen sieht vor, dass seit 1. Januar 2020 Kassensysteme mit einer TSE ausgestattet sein müssen. Dadurch will der Gesetzgeber nachträgliche Manipulationen an Kassenaufzeichnungen verhindern. Bislang waren jedoch keine zertifizierten TSEs auf dem Markt verfügbar. Entsprechend beanstandet die Finanzverwaltung nicht, wenn die mit einer TSE aufrüstbaren Kassensysteme noch längstens bis Ende September 2020 ohne eine entsprechende Nachrüstung laufen.

Ende vergangenen Jahres setzte das BSI darüber in Kenntnis, dass nunmehr erste hardwarebasierte TSE-Lösungen der Firmen Swissbit und Epson zertifiziert wurden. Für die Praxis bedeutet dies, dass ein zentrales Element für den Manipulationsschutz von Kassen auf dem Markt verfügbar ist. Dem Vernehmen nach sind die TSEs bei einigen Kassenfachhändlern möglicherweise in einem ersten Schritt nur für Betriebe erhältlich, die 2019 bereits eine TSE bestellt hatten. In der Folge könnte es in Fällen der Aufrüstung bereits vorhandener Kassen mit einer TSE zu längeren Lieferzeiten kommen.

Ferner muss eingeplant werden, dass gegebenenfalls eine Implementierung der TSE und eine Anpassung der Kassensoftware vor Ort erfolgen muss. Die Betriebe sollten sich daher – soweit noch nicht geschehen – zeitnah mit ihrem Kassenfachhändler und ihrem Steuerberater in Verbindung setzen, um die Aufrüstung der Kassen anzugehen.

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