Kaufprämie-Reaktionen: „Autofirmen müssen die Preise senken und es selbst hinkriegen“

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Nutzung von Plug-in-Hybriden soll diskutiert werden

Die große Koalition hatte sich in den Verhandlungen um Konjunkturhilfen in der Corona-Krise gegen eine Kaufprämie für abgasarme Benziner und Dieselautos entschieden. Die Spitzen von Union und SPD beschlossen am Mittwoch allerdings deutlich höhere Prämien für Elektroautos bis Ende 2021 „im bestehenden System“ – dabei werden auch Plug-ins über einen „Umweltbonus“ beim Kauf gefördert. Die Frage „des optimierten Nutzungsgrades des elektrischen Antriebs bei Plug-in- Hybridfahrzeugen“ soll dem Kompromisspapier zufolge diskutiert werden.

Kaufprämien und Steuervorteile dürften nicht einfach nach Art der Antriebstechnik und unabhängig von Größe, Gewicht und Motorleistung vergeben werden, forderte der BUND weiter. Anreize müssen zusätzlich an Kriterien wie die Effizienz geknüpft werden, und zwar auch bei reinen batterieelektrischen Fahrzeugen.

Ifo-Präsident empfiehlt Preissenkungen

Dagegen begrüßte Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, das Paket. Mit der Förderung emissionsarmer Autoantriebe fördere der Bund Investitionen in Innovation. „Diese Art von Unterstützung ist stärker in die Zukunft gerichtet, als den Absatz von Verbrennern zu fördern“, sagte Fuest. „Da müssen die Autofirmen die Preise senken und das selbst hinkriegen.“ Allerdings hatten beispielsweise erst jüngst VW Pkw und Audi Preiserhöhungen verkündet, wie »kfz-betrieb« exklusiv berichtet hatte.

Der Koalitionssausschuss in Berlin hatte sich am Mittwochabend auf ein insgesamt 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket geeinigt, mit dem die Gesamtwirtschaft nach dem Lockdown in der Corona-Krise wieder angeschoben werden soll. Die Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW hatten neben den Autoländern Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern auf Kaufprämien auch für neuere Verbrennerantriebe gepocht. Sie konnten sich damit jedoch nicht durchsetzen.

Hintergrund ist unter anderem, dass das Angebot der deutschen Autobauer bei Elektromodellen noch nicht so groß ist und ausländische Firmen wie etwa Tesla von einer reinen Elektroprämie profitieren könnten.

Die geplante Mehrwertsteuer-Senkung um 3 Prozentpunkte von 19 auf 16 Prozent für ein halbes Jahr sei eine gute Sache, die den deutschen Autobauern genauso nütze wie den Importeuren, schrieb Dudenhöffer weiter. „Freilich sind die Ersparnisse überschaubar, es hätte schon kräftiger ausfallen können, um deutliche Kaufimpulse auszulösen.“ Bei einem Kaufbetrag von brutto 30.000 Euro heute betrage die Ersparnis rund 756 Euro.

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