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Kaufprämien-Idee wird konkreter

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Der Grünen-Politiker Cem Özdemir – Chef des Verkehrsausschusses im Bundestag – brachte einen alternativen Ansatz ins Gespräch: ein gemischtes „Bonus-Malus-System“ mit einem „Umweltanreiz“. „Um die Industrie jetzt zu stützen, bekommt jeder einen Bonus, der ein besonders klimafreundliches Auto anschafft“, sagte er in der „FAS“. „In zwei Jahren führen wir dann einen Malus für klimaschädliche Autos ein.“ Das biete konjunkturelle Hilfe und Anreiz zum ökologischen Wandel zugleich.

Verbraucherschützer warnten davor, Autos mit einer schlechten Klimabilanz zu fördern. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sagte: „Wir brauchen keine Abwrackprämie 2.0, die Verbrenner fördert und funktionstüchtige Autos zum Wegwerfartikel macht. Bund und Länder müssen zukunftsgewandt handeln und umweltverträgliche Mobilität fördern.“ Wenn es neue Subventionen geben solle, dann dürften nur besonders klimaverträgliche Fahrzeuge wie Elektroautos eine Förderung erhalten.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans lehnte die Forderungen der Branche nach einer Kaufprämie dagegen ab. „Die Autokonzerne sollen zuerst einmal auf die satten Gewinne der vergangenen Jahre zurückgreifen, bevor sie nach den Steuerzahlern rufen“, sagte er dem Magazin „Business Insider“.

Kritiker weisen auch darauf hin, dass etliche Unternehmen die Zahlung von Manager-Boni oder Aktionärsdividenden bisher trotz des Rufs nach Staatshilfe nicht infrage gestellt haben.

„Das Auftreten, das die Autobranche diesbezüglich an den Tag legt, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten“, sagte Carsten Schneider, erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, der Zeitung „Die Welt“ (Montag).

Trotz Absatzflaute: Nur geringe Rabatte für Autokäufer

Bei den deutschen Autohändlern gibt es unterdessen nur geringe Preisnachlässe auf Neuwagen. Dieses, angesichts der Absatzflaute „überraschende“ Ergebnis zeigt die am Montag vorgestellte regelmäßige Rabattstudie des „Center Automotive Research“. Danach verharrten Hersteller und Händler im April mit ihren Aktionen auf dem bereits niedrigen Niveau der Vormonate. Laut Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer gab es zuletzt im Sommer 2014 so niedrige Rabatte wie derzeit.

Das Institut vermutet eine bewusste Zurückhaltung bis zu einer Entscheidung über staatliche Kaufanreize. „Es vermittelt sich der Eindruck, dass die Autobauer vor eigenen Rabatten erstmal auf die Kanzlerin warten“, erklärte Dudenhöffer.

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