Suchen

Kaufzurückhaltung bei Privat- und Gewerbekunden

| Autor: Andreas Grimm

Der deutliche Rückgang der Pkw-Neuzulassungen im Oktober geht auf eine rückläufige Entwicklung in den wichtigsten beiden Absatzkanälen zurück. Besonders stark fiel der Rückgang dabei in einem bisherigen Boomsegment aus.

Firma zum Thema

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Das Oktober-Minus von 7,4 Prozent im deutschen Neuwagenmarkt geht zu einem erheblichen Teil auf geringere Erstzulassungen von Privatkunden zurück. Wie eine Auswertung der Zulassungsstatistik durch die Marktforschung Dataforce ergab, nahmen die Privatkäufer 10,1 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vorjahresmonat. Das war der stärkste Rückgang unter den fünf Marktsegmenten. In dieser Zahl macht sich die mangelnde Lieferbarkeit einiger Marken für WLTP-konforme Neuwagen ebenso bemerkbar wie der hohe Bestand an Tageszulassungen.

Doch auch im Gewerbekunden-Segment ist die Lage nicht viel besser. Hier fielen die Erstzulassungen um 9,5 Prozent. Als wahrscheinlichsten Grund für den Absturz nennt Dataforce, dass sich die Fuhrparkleiter schon vor der verbindlichen Einführung des neuen Abgastests mit den benötigten Fahrzeugen eingedeckt haben. Dazu kommt, dass viele Gewerbekunden eine starke Markenbindung oder langfristige Verträge haben, so dass sie auf Lieferprobleme schlecht reagieren können. Gleichzeitig haben speziell die Hersteller und Importeure Lieferprobleme, die im Flottenmarkt besonders stark sind.

Angesichts voller Höfe hat auch der Handel als drittgrößter Neuwagen-„Abnehmer“ im Oktober die Eigenzulassungen um 5,8 Prozent zurückgefahren. Auf die Vertriebspartner wurde mit 48.000 Fahrzeugen aber immer noch fast jeder fünfte Neuwagen erstmals zugelassen. In einem ähnlichen Ausmaß, um 6,2 Prozent, sanken die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure.

Gegenläufig war die Entwicklung allein im Bereich der Autovermieter. Diese Abnehmer erhöhten ihre Zulassungstätigkeit um 5,1 Prozent auf 26.100 Fahrzeuge.

Transportermarkt legt gegen den Trend zu

Eine zweite Besonderheit zeigt sich im Transportermarkt und ist eine Folge einer zeitversetzten verpflichtenden Einführung der WLTP-Homologierung für die leichten Nutzfahrzeuge. Während die Utilities mit Pkw-Zulassungen seit dem 1. September das WLTP-Zertifikat benötigen, haben Nutzfahrzeuge bis September 2019 Zeit. Folglich sind Letztere auch nicht von den Lieferproblemen betroffen.

In der Dataforce-Sonderauswertung zum Transportermarkt, die eben jene Pkw-Utilities und leichten Nutzfahrzeuge erfasst, zeigt sich somit sogar ein Absatzplus. Das wird insbesondere getrieben durch Gewerbekunden, die 9,3 Prozent mehr Transporter zuließen als im Oktober 2017.

(ID:45588025)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«