Caravaning Kein Ende des Booms in Sicht

Autor: Julia Mauritz

Rund 20 Millionen Deutsche haben eine Affinität zu Reisemobilen und Wohnwagen – deutlich mehr als im Vorjahr. Die Investitionsbereitschaft steigt und Autohändler gewinnen als Anlaufstelle an Bedeutung: Eine repräsentative Caravaning-Studie von GSR und Puls belegt die Dynamik dieses Geschäfts.

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Immer mehr Deutsche investieren in ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen.
Immer mehr Deutsche investieren in ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Immer mehr Menschen haben Interesse daran, ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen zu mieten oder zu kaufen; und sie sind bereit, dafür viel Geld auszugeben: Das ist ein zentrales Ergebnis der zweiten repräsentativen Studie über den Caravaning-Markt von GSR Unternehmensberatung und Puls Marktfoschung. Für die Studie wurden im Juni 2021 knapp 11.000 Besitzer und Mieter sowie Kauf- und Mietinteressenten befragt.

Nach Angaben der Verfasser der Studie haben 19,9 Millionen Menschen in Deutschland eine Affinität zum Urlaub in den eigenen vier Wänden auf Rädern. Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass die Caravaning-Zielgruppe immer jünger, urbaner und kaufkräftiger wird. Der typische Wohnmobilkäufer ist 42 Jahre alt, männlich und er verdient überdurchschnittlich viel.

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Ein überdurchschnittlicher Verdienst ist auch nötig, weil gerade die Wohnmobilpreise zuletzt ordentlich angezogen haben: Im Schnitt investierten die befragten Wohnmobilbesitzer 54.464 Euro für ein Neufahrzeug – 13 Prozent mehr als in der Vorjahresbefragung.

Die zentrale Anlaufstelle der Wohnmobilbesitzer und der Kaufinteressenten für eine Neuanschaffung sind mit klarem Abstand die spezialisierten Wohnmobilhändler. 40 Prozent der Besitzer und 48 Prozent der Interessenten nannten sie in der Befragung. Allerdings gewinnt der Autohandel gerade bei den Neukunden als Vertriebskanal an Bedeutung: 19 Prozent der Kaufinteressenten gaben an, sich bei einem Autohändler umschauen zu wollen. Im vergangenen Jahr waren es nur 11 Prozent. Bei den Wohnmobilbesitzern ist die Quote indes leicht von 21 auf 20 Prozent gesunken.

Wie die Pkw-Händler haben auch die Anbieter von Wohnmobilen mit Lieferzeiten zu kämpfen. Dabei gab rund jeder zweite Befragte an, maximal drei Monate Wartezeit in Kauf zu nehmen. 61 Prozent sind bereit für kürzere Lieferzeiten Abstriche bei der Wunschkonfiguration zu machen.

Interesse an alternativen Antrieben

Durchaus offen zeigten sich die Studienteilnehmer für Wohnmobile mit alternativen Antrieben: Vier von fünf Befragten können sich der Studie zufolge bei Kauf und Miete damit anfreunden. 55 Prozent favorisieren einen Hybridantrieb, 32 Prozent können sich auch ein rein elektrisches Wohnmobil vorstellen. 34 Prozent der Studienteilnehmer äußerten allerdings Bedenken hinsichtlich der Reichweite.

Bis zum Jahresende 2021 erwarten die Macher der Studie rund 1,5 Millionen zugelassene Wohnwagen und Reisemobile auf deutschen Straßen – so viele wie nie zuvor. Zudem rechnen sie damit, dass sich der Caravaningmarkt weiter sehr dynamisch entwickeln wird. Als Gründe nennen sie neben der steigenden Nachfrage auch die höhere Investitionsbereitschaft und Liquidität der Zielgruppe. Gleichwohl sehen sie auch einige Hemmnisse: Dazu zählen die Verfügbarkeit beim Kauf und bei der Miete der Freizeitfahrzeuge, die geringe Anzahl an Stellflächen und das Vertriebs- und Servicenetz der Hersteller, das quantitativ und qualitativ noch ausgebaut werden werden könne. Autohändlern raten die Macher der Studie, sich näher mit dem Geschäftsmodell Caravaning als Ergänzung ihres Produktportfolios zu befassen.

Die komplette „Masterstudie Caravans und Reisemobile“ gibt Aufschluss über alle Aspekte für eine Entscheidung zu Kauf oder Miete – von den Informationskanälen, den Kosten für die Nutzung, Versicherung und Wartung bis hin zu den Erwartungen an Produkte und Prozesse sowie deren Erfüllung. Sie kann online bei Puls oder GSR für 2.390 Euro netto erworben werden.

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