Brandgefahr Kein höheres Risiko bei Elektroautos

Autor / Redakteur: dpa / Lena Sattler

Elektro-Autos haben den Ruf, schneller zu brennen als Benziner oder Diesel. Dafür wurden sie sogar schon aus Tiefgaragen verbannt. Feuerwehr und Unfallforscher kommen allerdings zu anderen Ergebnissen.

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Dass Autos in Brand geraten kommt selten vor. Bei E-Autos ist die Gefahr nicht größer als bei Verbrennern.
Dass Autos in Brand geraten kommt selten vor. Bei E-Autos ist die Gefahr nicht größer als bei Verbrennern.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Lichterloh brennende E-Autos machen auf Fotos und Videos im Internet regelmäßig die Runde. Gefolgt von Kommentaren, dass Stromautos besonders schnell brennen würden und sich derartige Batteriebrände nicht so einfach löschen ließen. Das Thema kocht immer wieder hoch. Mindestens eine Kommune ging sogar so weit, Parkhäuser und Tiefgaragen für E-Autos zu sperren. Was ist dran an der Sache?

„Tatsache ist, dass nach unseren Erkenntnissen von E-Autos keine höhere Brandgefahr ausgeht als von konventionell angetriebenen Autos“, sagt Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kann aus seiner Statistik kein höheres Brandrisiko für Stromer ableiten.

Ursachen für Brand sind unterschiedlich

Brennen können natürlich aber auch E-Autos. Im Unterschied zu einem Diesel oder Benziner, bei dem die Brandgefahr beispielsweise von ausgetretenem Kraftstoff oder heißen Oberflächen des Abgassystems ausgehen kann, stehen bei einem E-Auto eben andere Bereiche im Fokus. „Ursachen können hier zum Beispiel geschädigte Batteriezellen oder Defekte im Batteriemanagementsystem sein“, sagt Egelhaaf.

Unterschieden werden müsse zudem, aus welchen Situationen heraus ein Brand entstehe. „Bei Unfallfolgebränden beispielsweise gibt es aus unserer Erfahrung keinen Unterschied im Risiko zwischen E-Autos und Verbrennern“, sagt Egelhaaf.

Auch die Feuerwehr stuft Fahrzeugbrände an E-Autos nicht als risikoreicher ein. „Das Löschen eines Stromers gestaltet sich unter Umständen etwas schwieriger als die Brandbekämpfung von herkömmlichen Kraftfahrzeugen, aber nicht komplexer oder gefahrbringender als etwa ein Brand eines gasbetriebenen Kfz“, sagt Peter Bachmeier, Leitender Branddirektor vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV). Trotzdem werden seiner Ansicht nach „die Hersteller ihrer Verantwortung für Elektroautos nach einem Brandereignis nicht gerecht.“

Verschiedene Verfahren zum Löschen von E-Autos

Das Löschen eines Fahrzeugbrandes in einer Garage sei immer mit erheblichen Gefahren und Risiken verbunden, das aber gelte für Fahrzeuge aller Antriebsklassen. Schwieriger ist das Löschen eines E-Autos, weil ein Batteriebrand vor allem mit viel Wasser bekämpft wird, mit dem die Speicherzellen heruntergekühlt werden. Weil die großen Batteriepakete aber bei den meisten Fahrzeugen gut geschützt im Unterboden verbaut sind, geht es für die Einsatzkräfte vor allem darum, das Löschwasser dort schnell hinzubekommen.

Renault hat hierfür im Akku des Zoe einen Fireman Access eingebaut, eine Art Einfüllstutzen für Löschwasser. Ein Ansatz, den die Feuerwehr grundsätzlich begrüßt. „Für uns nicht zielführend ist allerdings, wenn je nach Fahrzeughersteller oder gar Fahrzeugtyp eigene Lösungen gefunden werden“, sagt Bachmeier. Denn dann müsste die Feuerwehr im Einsatz beispielsweise bei Auffahrunfällen auf der Autobahn erst suchen, wo sich welches Auto mit welchem Löschsystem befinde. Das Ziel müssten daher einheitliche und automatisch auslösende Schutzsysteme sein.

Zum Einsatz kommen derzeit verschiedene Methoden, um das Löschwasser schnell an die Batteriezellen zu bringen. „Versuche wurden auch mit einer speziell für Elektrofahrzeuge entwickelten Löschlanze gemacht, mit der das Batteriegehäuse durchstochen und anschließend Wasser eingebracht wird“, erklärt Egelhaaf. Das komplette Versenken eines Stromers bis zur Oberkante der Batterie wird Dekra zufolge nur in Ausnahmefällen empfohlen. Etwa wenn anders kein Löscherfolg erzielt werden kann oder ein Wiederentzünden wahrscheinlich ist.

Befindet sich ein brennendes E-Auto in einer Garage, sieht der Leitfaden der Feuerwehren vor, die Batterie vor Ort herunterzukühlen und den Wagen dann gegebenenfalls ins Freie zu ziehen. Die Brandintensität eines Autos hängt grundsätzlich weniger mit der Antriebsart zusammen als mit den verbauten Materialien, vor allem den Kunststoffen. Bei der Verbrennung sorgen die für viel Rauch und toxische Gase.

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